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Theatralische Bibliothek,
ten, den Tag zu ihrer Vermählung noch nicht fest gesetzt, son-dern ihm nur versichert habe, daß sie mit seiner Vermählungan einem Tage zu Stande kommen solle. Lelio kömmt dazu,sieht sie mit einander reden, und schöpft Verdacht. Harlcquin,der mit ihm hcrcintritt, sagt, ohne Zweifel werde Mario seinerSchwester die öfcntlichen Neuigkeiten des Krieges erzchlcn. Lc-lio antwortet ihm mit einem gezwungnen Lächeln, daß er sehrdaran zweifle; er ziehet den Mario darauf bey Seite, und die-ser versichert ihm, daß er wegen des Bewußten alle Verschwie-genheit beobachtet. Lelio, ohne sehr beruhiget zu seyn, giebtihm den eben itzt geschriebenen Brief. Mario geht mit einemComplimcntc gegen die Silvia ab, und bittet sie leise, wegenihrer Hcyrath in den Bruder zu dringen. Lelio, der sie beob-achtet, sagt zu dem Harlcquin, daß Mario ohne Zweifel seineSchwester bitte, ihm von ihrer gehabten Unterredung nichts zusagen. Harlcquin ist aus Gefälligkeit seiner Meinung, undLelio dringt hierauf in seine Schwester ihm nichts von dem zuverhehlen, was ihr Mario gesagt habe. Sie crröthet, und ge-horcht; Lelio wird dadurch noch unruhiger, will noch mehr wis-sen, und droht ihr, ihre Hcyrath mit dem Mario zu verhin-dern, wenn sie nicht alles aufrichtig bekenne. Harlcquin ist aufseines Herrn Seite, und Silvia. die nichts weiter zu sagenweis, geht mit Thränen ab. Doch hat Lelio seinen Verdachtnoch nicht verloren, sondern ruft vielmehr, indem er hitzig aufund abgeht: Mir! mir einen solchen Streich ;n spielen! Uns!sagt Harlcquin, ihn nachäffend. Ich dachte es wohl! setzt Le-lio hinzu. <v wahrhaftig, sagt Harlcquin, wir können sogut bekriegen wie sie, und uns soll man so leicht nichtsweiß machen! Zndcm wird an die Thüre geklopft; Pantalon und der Doctor treten herein und sagen dem Lelio, daß sie denAugenblick, sich mit ihm näher zu verbinden, ungeduldig er-warteten; Pantalon nehmlich soll sein Schwiegervater, und derDoctor der Schwiegervater seiner Schwester werden. Lelio danktihnen, und da sie hinzusetzen, daß ihre Kinder ihm wegen sei-ner Uncigenützigkcit verbunden seyn müßten, weil so wohl erals seine Schwester reichere Gatten leicht hätten finden kön-nen, so giebt Lelio zu verstehen, daß ihm alle diese Compli-