Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
383
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entwürfe ungcdriickter Lustspiele des italienischen Theaters. 383

abgehen. Sie macht sich die unverstellte Aufrichtigkeit ihrerTochter zu Nutze, um zu erfahren, was in ihrem Herzen vor-geht. Znlia gesteht ihr gerade zu, daß sie den Oronte zu ih-rem Manne nicht haben möge, weil sie sich schon einen andernLiebhaber, der mehr nach ihrem Geschmacke sey, ausgesucht habe.Dorimcnc, welche in den Erast eben so verliebt ist, als ihreTochter, und die ihm nur deswegen den Zutritt in ihr Hausversagt hat, weil Julia in seinem Herzen die Oberhand übersie erhalten, verbietet ihr durchaus an den Erast weiter zu ge-denken, und befiehlt ihr, sich fertig zu halten, die Hand desOronte anzunehmen, dessen Reichthümer sie glücklich machenkönnten. Oronte kömmt, Dorimcnc läßt ihrc Tochter abtreten,Julia gehorcht, giebt aber durch ein Beiseite zu verstehen, daßsie sich an cincm Ort vcrstcckcn wolle, wo sie die Unterredungihrer Mutter und des alten Liebhabers, der ihr Gemahl wer-den solle, mit anhören könne. Dorimcnc sagt dcm Orontc,daß sic in dcm Hcrzcn der Zulia wcgcn der ihr vorgeschlagenenHeyrath, sehr viel Widerstand antreffe. Orontc schmeichelt sich,durch Hülfe seiner Reichthümer alle Hindernisse aus dem Wegezu räumen. Dorimene verläßt ihn, um wegen verschiedenerDinge Anstalt zu machen. Den Augenblick darauf kömmt Ju-lia; sie sagt dcm Oronte, daß sie seine ganze Unterredung, mitihrer Mutter, mit angehört habe, und daß sich diese sehr be-kriege. Orontc glaubt, daß ihm diese Reden günstig wären,und daß er dcr Zulia so unangcnchm nicht scy, als ihre Mut-ter es glaube. Doch Zulia läßt ihn nicht länger in seinemIrrthume, und erklärt ihm ohne die geringste Zweydeutigkeit,daß sie ihn nicht liebe, und auch niemals lieben werde. Nachdiesem aufrichtigen Geständnisse bcgicbt sie sich weg; und Orontcgcräth darüber ein wenig in Verwirrung, doch verlieret er nochnicht alle Hofnung.

2. Aufzug. Harlequin, ob es ihm gleich Erast ausdrücklichverbothen, sich vor seiner Verkleidung in den Sternschcr, jeman-den zu zeigen, kann dennoch seiner Begierde mit Colombinenzu reden nicht wicderstchen, um von ihr zu erfahren, ob sieihm wirklich den Trivclin vorzieht. Eolombinc kömmt, und isteben nicht sehr erfreut, ihn zusehen, weil sie seinen Ncbcnbuh-