4KK Ans der Berlinischen Zeitung vom I. 1754.
Sommer, als im Winter von hier fast täglich Schiffe nach Westin-dicn abgehen.
(9. März.) Leben des Moliere/ aus dem Französischen desHerrn von Voltaire überseyt, nebst einem Anhange von über-setzten und selbst verfertigten Poesien- Leipzig bey Fr. Lanki-schens Erben 17o4. in 8vo auf 12 Bogen. Der Herr von Voltaire hat sich niemals zu dieser Lebensbeschreibung verstehen wollen, manfindet sie daher auch nur bey einer einzigen Ausgabe seiner Werke vonAmsterdam , die er niemals für authentisch erklärt hat. Gleichwohlwollen Kenner seine Art zu denken und zu schreiben darinne finden,mit dem Zusätze, daß cS nicht die erste Schrift sey, die er ableugne.Wenigstens wird man auf der IVl) Seite dieser Ucbersetzung einenhistorischen Umstand aus dem Vittorio Siri antreffen, welcher fastmit eben denselben Worten in das Jahrhundert Ludwigs des XIV.gekommen ist; und dieses konnte also eine Vermuthung wider ihn mehrseyn. Unterdessen mag der Verfasser seyn wer er will, so ist sein Auf-satz einer Uebcrsctzung doch sehr wohl werth gewesen, besonders jetzt,da Moliere durch die deutsche Uebcrsetzuug auch denen bekannt seynkann, die ihn in seiner Sprache nicht lesen können. Man findet ver-schicdne kleine Nachrichten darinne, die angenehm seyn würden, wannsie auch noch weniger wichtig wären, und wann die Critik der Mo-licrischen Schauspiele nicht von dem Herrn von Voltaire ist, so mußsie doch von einem Manne seyn, der nicht weniger Geschmack undEinsicht in die Regeln der Bühne hat, als er. Die angehängtenGedichte gehören dem Hn. Uebersctzer, welcher sich hier nicht zum er-stenmale als einen geschickten Poeten zeigt. Sie bestehen aus Fabeln,Erzehlungcn, Sinnschriftcn, und einem scherzhaften Heldengedichte, dasQuadrille, in fünf Gesängen, welches besonders gefallen wird. Kostetin den Voßischen Buchläden hier und in Potsdam 6 Gr.
(14. März.) ^etti-es c/u <?om/e c/e <?a/aneo « iÄ/u«^e Mo»»^?eu^ t/e i^o//a!>e ^u»' /'el/i/ion «?e ^/es Ouv?'age>5 ü D^es^e. a Äe?-/in cüe« 0/^. l^o/s. 1764. in 12. auf 24o Seiten. Der HerrGraf Taraneo in Venedig, hat sich schon durch seinen wahren Geistder Gesetze« welchen auch die Engländer einer Uebcrsetzuug werth ge-schätzt haben, so vortheilhaft bekannt gemacht, daß auch nur sein Namedie Reugierde erwecken kann, Briefe nicht ungelesen zu lassen, die eran einen von den berühmtesten Schriftstellern unsrer Zeit gerichtet hat.