Aus der Berlinischen Zeitung vom I. 17Z-L.
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sich lesen; ausser dem aber wissen wir nichts zu dessen Anpreisung zusagen. Viel sittliches wird man darinne nicht antreffen, und wenn esauch wahr wäre, daß das, was zur Geschichte und Geographie gehört,von einem Augenzeugen seyn sollte, so ist es doch darum nichts besser,als man es schon in andern Reisebcschreibungen findet. In demVorberichte versichert man uns, daß der Verfasser der Briefe gewisserMassen eine Person sey, wie Herr Mylius gewesen ist, welcher aufKosten eines Vornehmen nach Marocco gereisct sey, so wie diesernach Amerika reisen sollen. Man weiß daß dieser gestorben ist, eheer dahin gekommen; und wenn jener gleichfalls gestorben wäre, eheer Marocco gesehen hätte, so wäre der Schade, ohne Zweifel, beyweiten nicht so groß gewesen. Kostet in den Boßischeu Buchlädenhier und in Potsdam 4 Gr.
(14, Sept.) ^Vonve^e >A7 xai/ai^e ^/e//ivt/e />o«^ a^z?>e?icü'e/e FVanxoi's ^ i'^/^emcinc? /«n« /e ^/eco«?'« c^«?i ^ai/?'«. Dasist neue und vollrommne Sprachrunst die französische und deut-sche Sprache ohne Hülfe eines Sprachmeisters zu erlernen,durch /'i'e?'?'s Kn?'/eau, Fi'ttnc/'. ^Ä?' ^/e>/n c/ies ^ea?iF>ee?. F7s«/c/ie^ 175t. In Lvo- 2 Alph, 3 Bogen. Dieser Titelverspricht so viel gutes, daß wir uns kaum unterstehen, von der Aus-führung etwas schlechtes zu sagen. Eine vollkommene Anweisung zweySprachen auf einmal zu lernen, ist mehr als man verlangen undwünschen kann. Ohne Zweifel aber auch mehr, als man finden wird.Man darf nur das Deutsche auschen, um nicht die beste Meinungdavon zu bekommen. Der Verfasser ist in unsrer Litteratur so erfah-ren, daß er den Franzosen, wenn sie schon etwas Deutsch könne», dieasiatische Banise und die Begebenheiten der Seefahrer, als gutedeutsche Schriften zu lesen anräth. (.4.vi'vs cxuoi ils vcuirout vren-«Ire un ?l»r»Ark>z>lle ü'uu Iiou ^uteur allomauä, coiumc; clo /'^/i«-/i/öüe ^ani/e, lies LeAeiett/iei/en c/e»' Kee/aüi'ei' ll'^Iveitus ^u-Uns, ou, äv ciuelc^ue autiv livie.) Wahrhaftig, er hätte von beydenExtremis keine bessere Musier nennen können. Das eine ist so schwül-stig geschrieben, als kriechend das andre. Doch müssen wir auch nichtverschweigen, daß unter den am Ende des Buchs beygefügten Uebun-gen, auch verschicdne Briefe des Herrn Gellerts, nebst der Uebcr-sctzung des Herrn Surleau, vorkommen. Wir würden sagen, daßder Herr Sprachmeister, seinem Namen gemäß, den Herrn Geliert
LcssingS Wett- >v, 31
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