Druckschrift 
12 (1840)
Entstehung
Seite
121
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Lcssingö Briefe. 1768.

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Um auf die loo Thaler zu kommen, die Sie mir auf Order un-seres Freundes zu schicken die Gütigkeit gehabt haben ich habe sierichtig erhalten, und hier erfolgt eine bürgerliche Quittung darüber,so gut ich eine zu machen weiß. Ich würde Ihnen die Unwahrheitsagen, wenn ich vorgeben wollte, daß ich das Geld nicht brauchenkönnte. Allein es wäre auch die Unwahrheit, wenn ich Ihnen sagte,daß ich eS unumgänglich nothwendig brauchte. Der Herr von Meistist ein zu großmüthiger Freund; und auch das heißt schon, sein gutesHerz mißbrauchen, wenn man nur alles annimmt, was er frcvwilligthut. Ich habe mir diese Vorwürfe schon längst zu macheu, und binnicht selten darüber mißvergnügt. Uehermorgen schreibe ich wieder anihn, und schicke ihm ein Exemplar von den Kriegcsliedern.

Wissen Sie, daß ich Jhrentwcgcn in Sorge gewesen bin, als ichdie abermalige Annäherung der Soubisischcn Armee vernahm? Wiegut, daß Sie wieder zurück ist! Von hieraus wüßte ich Ihnen auchnicht das geringste Neue zu schreiben, so still ist alles. Aber in destogrößerer Erwartung sind wir.

Leben Sie wohl, liebster Freund. Uebermorgen schreibe ich ge-wiß wieder. Ich bin

ganz der IhrigeLessing.

An (?ilcim.

Berlin , den 11. August 1758.

Liebster Freund/

Endlich kann ich heute Exemplare von den Kriegcsliedern ab-schicken. Es sollte mir leid thun, wenn der Grenadier über das ewigeZaudern ungeduldig geworden wäre. Allein er wird wohl wissen, daßsich nicht alles zwingen läßt; denn sonst hätte er uns auch wohl schonlängst wieder etwas von einem neuen Siege, und seinem Liede aufdenselben hbren lassen. Nun schreiben Sie mir auch ja bald, was erzu der Ausgabe überhaupt, und insbesondre zu meinem Vorberichtc,gesagt hat.

Ein dergleichen gebundenes Eremplar, als Sie mit erhalten, ha-ben hier auch die Herren Sulzcr, Rainler, Rrause und Agricolain Ihrem Namen bekommen. Desgleichen habe ich auch gestern einsan unsern lieben Rlcist abgeschickt.