464 Lessings Briefe. 1762. 1763.
he», ehe ich sie wieder fliegen lasse. — Leben Sie wohl, lieber Freund.Mein Complimcnt an MoseS . Ich habe einen langen Brief an ihnangefangen; ich kann ihn aber nicht schließen, denn eben muß ich fort —Peile'), I» Eile. Ihr
Wisse» Sie wo das liegt? cracbemler Trennd
Ich wollte, daß ich es auch crgcven,ler gremiv,nicht wüßte. - Lessing.Den 22. Oktober 1762.
An Nicolai.
Liebster Freund,
Ich danke Ihnen tausendmal für die Besorgung meiner Bücher.Ihre Assignation habe ich honorirr. Ich hatte mich auf mehr ge-faßt gemacht, und es thut mir leid, daß ich die übrigen Bücher nichtauch erhalten habe. Doch kann ich den Dryden i-eeta aus England wohlfeiler haben. Ich erwarte von daher nächstens wieder verschie-dene neue Sachen, welche zum Theil für Ihre Sammlung sehr brauch-bar seyn werden. Mit nächster Post schicken Sie mir von den er-standenen Büchern: 1) "I'Iiemislü Orlilionos. 2) I^e I?l!>t<iuismv cle.vo!I6. 3) klenuiicli'I IrSAmenta. 4) ^visrii I^buIüZ, Die Nar-renbeschwörung. Die übrigen lassen Sie in einen Kasten besonderspacken, und schicken sie zu Ephraim, der mir sie schon mit Gelegenheitanher senden wird. Die spccificirten fünf aber brauche ich höchst nö-thig, und erwarte sie also je eher je lieber. Legen Sie dazu nochden Baxter . Den brauche ich höchst nöthig. Mein liebster Mo-seS, machen Sie keine Glossen °°) darüber! Ich brauche ihn wirklich,
*) Ein fast eine Meile lang sich dehnendes sehr großes Dorf, in dessenMitte eine evangelische Brüdcrgemcine sich befindet, woher dieser Theil desDorfs Gnadenfrey genannt wird. Es liegt in Schlesien , im HcrzogihumcSchwcidnitz, zwischen den Städten Sieichcnbach und Nimptsch. Lcssing standda mit dem General Taucnzien im Lager. Nicolai-
") Moses mochte Lcssings Liebe zur Litteratur, zur Kritik der altenSchriftsteller, und zum Lesen der Bücher aller Art nicht wohl leiden. Erwollte an mir als Buchhändler allenfalls dulden, daß ich alte Bücher, von
welcher Art sie auch waren, gern durchblätterte; sonst aber nicht.....Wenn
wir, Lessing und ich, in seiner Gegenwart uns über Gegenstände der Litte-ratur, Bücherkenntniß ;c. unterhielten, (S. auch sein Leben, Iter TH. S. 319.)