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Lcssings Briefe. 1767.
anhängig machen müßte. Ich will doch sehen, wer mich zwingensoll etwas zu bezahlen, was ich nicht schuldig bin.
WaS machen sie zu Hause? Sie sind doch noch alle gesund?Mit ehestem will ich von hier aus dahin schreiben.
Lebe unterdessen wohl und schreib mir bald wieder. Du hastmir ja eine Komödie schicken wollen. Wenn sie fertig ist, so schickesie mir mit der Gelegenheit, mit welcher Du diesen Brief bekommenwirst. Es ist mein hiesiger Wirth, der Commissionsralh Schmid,welcher ihn mitnimmt. Dein
treuer Bruder,Gotthold.
Hamburg , den 21. September 1767.
Lieber Bruder,
Hier schicke ich Dir den Katalog mit beygefügten Preisen, unterwelchen Du die bemerkten Bücher nicht wohl mußt gehen lassen. Weiseihn aber vorher Herrn ZZoß, und höre seine Meynung in Ansehungder Hauptbücher, als des Journal lies 8avans, des Alorcui-o :c.
Ich hoffe nicht, daß ich die Preise zu hoch angesetzt; und da ichvielleicht mehr als die Hälfte gar nicht tarirt habe, so sollte ich mcy-nen, daß doch wciiigsienS die 660 Thlr. , auf die ich den Ueberschlaggemacht, nach Abzug der Kosten herauskommen müßten. DaS Geldmuß an Herrn Voß berechnet werden, dem ich, wie Du weißt, 6t)gThlr. schuldig bin. Die Miethe mußt Du davon bezahlen, das ver-steht sich; und was Du sonst nothwendig brauchst, kannst Du Dirauch davon nehmen.
Die Sache mit Reich ist an den hiesigen Residenten von Hecht gelangt. Ich denke, sie soll nun aus seyn. Denn ich habe mich er-klärt, zu schwören, wen» ich vorher weiß, was für SatiSfaction ichsodann von dem Schurken haben soll. Außer dem habe ich Hechtenschon erklärt, daß ich weder schwören noch bezahlen will: denn ichwill doch sehen, wer mich zu dem einen oder zu dem andern hierzwingen soll.
DaS Promemoria wegen der Minna hat mir so viel als nichtsgeholfen, und das Stück bleibt verboten. Hecht sagte: er habe mehrals einmal bey dem Minister von Finkcnsiein dcSfallS angehalten,aber keine Antwort bekommen; und so lange er diese nicht habe,