Messings Briefe, i7tt'>.
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eS desto besser! Leben Sie wohl, mein lieber, dienstwilliger Freund,und werden Sie in nicht vor der Zeit müde, das zu seyn, was ichSie nenne,
Ocro
Hamburg, ergebensterden 7. Nov. 176S. LesMg,
Ihr Triumph, mein lieber Ebcrt, wird immer großer! Ich glaubteganz unfehlbar heute wegkommen zu können, und nun muß ich nochein paar Tage zugeben; ich mag wollen oder nicht- Indeß zweifle ich,ob wir uns cincrlcv Begriffe hicbcy machen. Ich bilde mir einen Mo-rast ein, in dem ich versunken wäre- Je geschwinder man sich herausarbeiten will, desto tiefer sinkt man. Sonnabend aber, oder Montag,den 18. oder W. dieses, reise ich ganz gewiß ab, und langer soll michnichts in der Welt halten. Und zwar reise ich über Zelle, wo sichS. gegenwärtig befindet, mit dein ich noch eines und das andre abzu-thun habe. Wenn ich mich einen oder ein paar Tage daselbst aufhal-ten muß, so lassen Sie sich es nicht wundern, falls ich nicht mit derordentlichen Post benannten TageS eintreffen sollte. Ich werde keineZeit muthwillig verlieren, sondern Sie überraschen, ehe Sie cS glauben.
Blasen Sie untcrdcß, lieber Freund, bcv dem Pr. ein wenig indie Kohle», damit sie nicht ganz erloschen sind, wenn wir unsernSchwcfelfadcn zünden wollen. Und leben Sie wohl !
Dero
Hamburg, ganz ergebenster
den 15. Nov. 1769. p.s,7„.
An Ebcrt.
Liebster Freund!
Ich habe mich in zwey Tagen und zwey Nächten zwar nothdürf-tig naß, aber doch sonst gut und wohlbehalten, nach Hambnrg geschla-fen. Schon bin ich acht Tage wieder hier, und Sie haben noch keinWort von mir. Wie sehr ich Ihnen verbunden aus Braunschwcig ge-rcisct bin, wissen Sie selbst. Wie gern Ich Ihnen verbunden bin, undcS auf Zeitlebens seyn werde, weiß ich vorS erste nur allein.
Indeß ist Ihre freundschaftliche Rolle noch nicht aus. Bis ichganz bey Ihnen bitt/ ziehen Sie ja keinen Augenblick die Hand von