An Eschenblirg.
Den 10. März. 1776.
Sie würden das Heldenbuch eher bekommen haben, wenn ichnicht gleich den Tag nach meiner Ankunft krank geworden wäre. Esfiel mir auf einmal so schwarz vor die Augen, daß ich noch spät andem Abend zur Ader lassen mußte. Jetzt befinde ich mich wieder soziemlich wohl. —
Darf ich so frev seyn, Ihnen wegen des Heldenbuchs noch einekleine Erinnerung zu machen? — Ueber dieses Buch habe ich vorzwanzig Jahren zu einem ganzen Folianten komvilirt, um die Mey-nungen des Goldast und Gradener zu bestreiken. WaS dieser letzterein einer Folge von Programmen darüber geschrieben, daS kennen Siedoch? Wo nicht, so rathe ich Ihnen, sich über da» Historische diesesBuchs, oder vielmehr der vier verschiedenen Heldengedichte, die cSenthält, gar nicht einzulassen, falls Sie etwa Nachricht davon erthei-len wollten; sondern sich bloß an die Sprache und das Poetische der-selben zu halten.
An Madame König.
Wolfcnbüttcl, den 10. März 1776.
Meine Liebe!
Ich will keinen Augenblick anstehen, Sie meinetwegen ganz ausaller Unruhe zu ziehen. Ich habe ihn doch gethan, den Schritt, denSie so sehr befürchteten. Aber freylich habe ich ihn mit mehr Behut-samkeit gethan, als Sie aus meinem Schreiben urlheilen konnten, daßich es thun würde. Denn vor allen Dingen habe ich mich an denE- P- gewandt, und diesem sein Betragen gegen mich, seit drey Jah-ren, so handgreiflich vorgelegt, daß es ihn äußerst »iquiren müssen-DaS würden Sie mir, meine Liebe, vielleicht nun gerade abgcrathcnhaben. Aber cS hat seine Wirkung gethan. Meine Aeußerung, daßich bey dem regierenden Herzog meinen Abschied fordern wolle, ist ihmsehr unerwartet gewesen, und er scheint im Ernst alles thun zu wollen,um es nicht dahin kommen zu lassen. Ich schicke Ihnen mit künftigerPost die Abschrift meines Briefes, und das Original des Prinzen,welches ich gestern an K... gewisser Ursachen wegen, geschickt habe.Sie werde» daraus sehen, daß ich mich nur noch bis zu seiner Rück-