Druckschrift 
12 (1840)
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LessingS Briefe, 1776.

Wegen des Logis werde ich Ihrem Rathe folgen. Aber da HerrEschenburg noch seine Mutter in Hamburg hat, bey der er nothwen-dig logircn muß/ so werden Sie nicht nöthig babcn/ mehr als Stubeund Kammer für mich zu bestellen; versteht sich nicht eher/ als aufden Tag unserer Ankunft/ die ich Ihnen vorher noch einmal melde.Daß Sie sich in Hamburg vieler Gesellschaft entzogen haben/ ist auchfür mich eben so gut/ weil ich nicht Lust habe, viel unter Leute zukommen. Wen ich nicht nothwendig werde besuchen müssen/ der sollvor mir wohl Friede haben.

Dem Vetter habe ich diesen Augenblick nun endlich geschrieben.Denn vermuthlich wird er es doch wohl seyn, bey dem wir am öfter-sten zusammen kommen dürften. Und damit ich auch nicht vergesseden Brief abzuschicken/ will ich ihn nur gleich mit cinschliessen.

Ich umarme Sie meine Liebe und Ihre Kinder/ und bin

der IhrigeL.

An Madame König.

Braunschwcig/ Frcytags d. 2. Aug. 1770.

Meine Liebe!

Dieses bloß Ihnen zu melden, daß ich Morgen, Sonnabend den3. August unfehlbar von hier abreise. Nur kann ich Ihnen nicht sa-ge»/ ob früh oder gegen Abend. Auch weiß ich nicht/ ob cS HerrEschenburg, der krank gewesen ist, wird aushalten können des NachtSzu reisen. Freylich kann ich die Zeit meiner Ankunft nicht so genaubestimmen. Wenn alles gut gehet/ bin ich wenigstens längstens denMontag Abend in Hamburg . Für diese Zeit lassen Sie nur baS Quar-tier bestellen, und bleiben wenigstens hübsch zu Haust/ damit meinerster Gang in Hamburg kein Fchlgang wird. Daß ich Sie mit denIhrigen nicht anders als recht gesund und vergnügt finden werde/daran will ich nun einmal gar nicht mehr zweifeln. Auch daran nicht,daß Sie mich lieben.

Der IhrigeL.

An Ebert.

Liebster Freund!

Daß man nicht in Hamburg seyn kan»/ ohne des Tages wenig-stens zweymahl an Sie zu denken, das versteht sich. Daß ich aber