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Lessings Briefe. 177<>.
weswegen ich, wie ich nicht vergessen, sogar noch in Deiner Schuldbin. Ich werde sie gewiß auch abtragen, sobald ich wieder von Man-heim komme. Jetzt sey so gut und schicke wir fiir einliegenden Louisd'orvier Frauenzimmerfedcrn von der Art der letzt übersandten, nehmlichso groß sie zu haben, und zwar 1) eine Lilla, 2) eine Couleur deRose, ganz blaß, 3) eine blaßgelbe, und 4) eine weiße. Sey so gut,wieder ein kleines Kästchen dazu zu nehmen, und sende sie nur mitder ersten Post unfrankirt an wich ab. Ich sage mit der ersten Post,weil ich sie gern noch zu Weyhnachtcn haben mochte. Sie sind, wieDu leicht denken kannst, für meine Frau und Tochter, die Dich auchbeyde recht schon grüßen lassen.
Lebe wohl, mein lieber Bruder, und schreib mir doch zugleich,was Du von Hause horst. Weil mir die Schwester geschrieben, daßdie Mutter sehr krank ist, so habe ich ihr unverzüglich wieder etwasgeschickt, daß sie also keine» Mangel haben kann; und sobald ich vonManheim wieder zurück bin, soll mehr erfolgen.
vottholo.
Wolfenbüttel den 17 December 1776.Mein lieber Herr Erofimann,°)
Ich habe gestern einen Brief von unserm Seyler ans Dresden erhalten, aus welchem ich ersehen, in welcher Absicht Sie sich gegen-wärtig in Frankfurt !» befinden. Ich schmeichle mir auch, daß ich ihmin seinen Absichten auf Mannheim wirklich werde nützlich seyn können,(ob cS schon freylich nicht mehr so völlig i-c-s integi'» ist) und schickeIhnen daher unter vorgeschriebener Adresse bcygehende zwey Briefe.Einen an den ersten Finanz-Minister Baron von Hcmvcsch, anf wel-chen die ganze Sache ankömmt; und den andern an den BuchhändlerHrn. Schwan, welches ein sehr rechtschaffener Mann ist, der Ihnenalle sonst nöthige Auskünfte mit Vergnügen ertheilen wird. Wennmir Hr. Seyler von seinen Anträgen etwas Näheres hätte wollenwissen lassen: so könnte ich Ihnen schon mit Wahrscheinlichkeit voraus-sagen, ob und wie sie angcnommcn werden könnten. Der AuSgangindeß sey, wie er wolle: so könne» Sie doch gewiß versichert seyn,daß für eine» erwünschte» alles beytrage» werte, was in meinemVermögen sieht, als wornach der Brief au den Minister auch völligeingerichtet ist.
") Aus der Sammlung des Herrn Archivralbs Kcstncr i» Hannover demHerausgeber gefälligst niitgciheilt.