Druckschrift 
12 (1840)
Entstehung
Seite
523
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LefsingS Briefe. 1779.

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sollten. Ich wähle aber die letztere kleinere Probeschrift, um demBrechen der Zeilen schlechterdings vorzubeugen: nur muß die Columneum eine oder zwey Zeilen länger und höher seyn; denn mit 19 Zei-le» ist sie wirklich gegen die Breite zu kurz. ES thut mir zwar leid,daß ich sonach wenigstens 24 Bogen anstatt 16 Bogen geben muß;doch ich denke, wer von meinen Subscribcnten einen Eulden daranhat wagen wollen, der wagt auch wohl einen Thaler daran, und sokomme ich wieder dem Rabatt nach, den ich den Buchhändlern abgebe.Aber nun mochte ich auch gern wissen, wie viel Du und Voß eigent-lich Subscribcnten habt? Ich für mein Theil muß wenigstens Iggl)Exemplare haben: denn so viel haben sich bey mir unmittelbar gemel-det; und ich will hoffen, daß Du hierauf schon gerechnet hast, wennDu mir schreibst, daß eine starke Auflage gedruckt werden müsse.

WaS bey dem Abdrucke zu beobachten ist, habe ich für dcn Setzerauf ein einzelnes Blatt geschrieben. Besonders muß der Unterschied

an Strichen und Punkten----ja wohl beobachtet werden. Denn

dieses ist ein wesentliches Stück meiner neuen Jnterpunction für dieSchauspieler; über welche ich mich in der Lorrede erklären wollte,wozu ich aber nun wohl schwerlich Platz haben dürfte. Auch sollte,nach meinem ersten Anschlage, noch ein Nachspiel dazu kommen, ge-nannt der Derwisch, welches auf eine neue Art den Faden einerEpisode des Stücks selbst wieder aufnähme, und zu Ende brächte.Aber auch das muß wegbleiben, und Du siehst wohl, daß ich sonachbei einer zweyten Auflage mein Stück noch um die Hälfte stärkermachen kann. Doch ich weiß noch nicht, wie die erste Auflage auf-genommen wird, und denke schon an die zweyte! Sobald ich denzweyten Flalschen Manuscript zurück habe, will ich ihn gleichfalls inwenig Tagen absolviren und wieder zurücksenden.

Gotthold.

N. S. Herrn Ramlcr antworte ich mit erster reitender Post.Ich muß uur noch auf die Bibliothek gehen, etwas nachzusuchen.

Wolfenbüttel , d. 1. Februar 1779.

Mein lieber Ramler,

Ich muß mich schämen, daß ich Ihre Anfragen wegen des Wer-nikc zurückschicke. Ich wollte Ihnen gern recht viel antworten, undhabe es am Nachschlagen nicht fehlen lassen. Die Bibliothek hat vonihm gar »ichtS. Aber den Artikel von ihm in MvIIvri iüimbiia lit-