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Die antiquarischen Briefe machen hier großes Aufsehe». SelbstKlotzens beste Freunde (j. B. Hofr. Bel) sagen, daß Klotz sich aneinen für ihn zu starken Streiter gewagt habe. Klotz ist halb rasenddarüber geworden; er hat einen unvernünftigen Brief an mich ge-schrieben, worin er mir seine Freundschaft aufsagt, (der ich längst ent-sagt Halle), weil ich Schmähschriften gegen ihn druckte, und was derNarrheitcn mehr sind. Jedermann ist begierig ju sehen, wie er sichaus der Sache ziehen wird. Alles freuet sich über die antiquarischenBriefe, den» bisher hat sich noch niemand getraut, seine Meynungüber Klotzens Unverschämtheit öffentlich zu sagen. Aber nun werdengewiß mehrere nachfolgen.
Daß er nach Dresden als Bibliothekar kommen soll, ist ein ver-muthlich von ihm selbst ausgesprengtes (Gerücht! denn aus Dresden schreibt man hierher, daß man dort nichts davon wisse.
WaS die romantischen Briefe sind? Ein kleiner Roman einesjungen Schweizers, der noch kein guter Schriftsteller ist, aber es viel-leicht werden kann. Seinen Namen weiß ich selbst nicht.
Run, — und Rayebergers Vertheidigung? Sie merken dochwohl, daß das Wcrkchen von mir ist — oder vielmehr seyn wird;denn noch ist das Kind in seines Vaters Lenden. Ich werde darindem Hrn. Eeheiinenrath die Wahrheit noch ein wenig ausführlichersagen, als in der bewußten Dcdicaiion °). Er hat in der ZenaischcnZeitung bekannt mache» lassen, daß ich der Verfasser dieser Dedika-tion sey. Dawider vertheidigt sich Ratzebergcr als wider eine Ver-leumdung. Er versichert, daß er selbst der Verfasser der Dedicationsey, daß er notorischer Weise in Altoiia wohne, daß er vielen Leutenund insbesondere dem Hrn. (Sehcimcnralh bekannt sey. Mit diesemstehe er in vertrauter Correspondeni. Dieser habe durch ihn die mcistcn geheimen Nachrichten von den Verfassern der allgemeine» dcnl-schen Bibliothek") u. d. gl. empfangen. Er, Ratzeberger, sey auch
°) Des vierten Theils vom Vademekum siir lustige Leute. In derselbe»hatte ich das unverschämte Lob pcrsisslirt, das sich damals Klotz/ Siiedcl undandere Leute der Art, in den Jcnaischc» und Erfurlische» gc>. Zciluugc»wechselseitig gaben. Nicolai.
") Klotz und seine Anhänger wolllcn nämlich immer errathen, wer dieseoder jene Recension in der Allg, d. Bibl. gemacht habe, die ihnen misjficl.Gewöhnlich riechen sie falsch. Aber denjenigen, auf den sie gefallen waren,schimpflcn sie auf die pöbclhastcstc Weise in drey oder vier ihnen ergebenengelehrten Zeitungen und Journalen. Man sehe Allg. d. Bibl. tvr Th.S. 326. Nicolai.