weil man glaubte, daß wenn die berühmtesten Gelehrten ihre Werkein Oestreich drucken ließen/ durch den Buchhandel uuglaubliche Sum-
I» den Hamb. neue» Zcilungcn Nr. 179 hieß es sogar, i» einer Recensiondes Bardict, Hermanns Schlacht: „Dies vaterländische Erdicht hat eine„wichtige Zucignungsschrist an den Kaiser; sie veranlaßt zu großen Er-wartungen/ die einmal für den ganzen Umfang der deutschen„Literatur von dc» erheblichsten Folgen werden könncn. Wie sehr haben„wir uns gcfrcut, da wir erfuhren, daß bey dicscr Gelegenheit dcr Ecnius„dcr dcutschcn Dichtkunst auf eine Art geehrt worden/ die den„Neid aller unserer Nachbarn auffordcrt, indem unser Klopstock das„Glück gchabt, mit dem Bildnisse des Aaisers auf einer goldnen„reichbeseyten Münze, und — was dies Geschenk jedem erkennrli-„chcn Deutschen unvergeßlich macht ^ zum Angehänge/ als„ein öffentliches Merkmal von dcu Gesinnungen eines deutschen„Raiscrs, beschenkt zu werden. Ein solches Enadcnzclchcn, ciimn Dichter„In keiner andern Beziehung, als auf sein Talent, verliehen, ist ohne„Beyspiel, und gereicht dcr Einsicht unsers Jahrhunderts/ die den„Vvcrth des Genies und dcr Gelehrsamkeit so zu schätzcn wciß, zum„unsterblichen Ruhme." Ich balle das Unglück zu glauben, durch diesezugesendete Denkmünze wurde noch nicht irgend eine einzige gute Hoffnungfür die deutsche Literatur von Kaiser Joseph oder von Wien gcrcchlscrligt.Ich fand sogar den Ton, mit welchem dies Geschenk angekündigt ward, äu-ßerst unanständig und uuwürdig. Das war den Leuten gar nicht recht, welchesich gern in warmen Hoffnungen wiegen möge». So geht es auch jetzt nochimmer: Es soll durchaus das möglich und wirklich und wahr scv», wasman wünscht; und man glaubt nur allzu oft, derjenige habe große Gesinnun-gen, dcr große Worte ausstößt.
Ich ward damal, so wie jetzt noch oft, zur Gesellschaft dcr kaltenHunde gerechnet, weil ich nicht glaubte, mich an einem Haufen Johannis-würmchen wärmcn zu könncn. Wic schr ward ich nun für Deutschland undfür diejenigen, welche in einem so hohen posaunenden Tone dcr Hoffnung gc-sprochcn haltcn, gcdcmülhigt, als ich ein paar Monate darauf, im Rcichs-postrcutcr vom tO. Zan. 1770, ciucn Artikel aus Wie» fand: „Am 6. dic-„scs habcn scine Maj. dcr Kaiser die Gnade gehabt/ dem dcrmaligc» holst«„nischcn Pscrdrlicscraiitc» Samucl Julius zur Bczcugnng Jbrcr Zusricdcnhcit„über dessen bisherige gute Lieferung, nicht nur eine öffentliche Audienz„zn ertheilen, sondern auch dcnsclbcn mit Dero Bildnis; in Golde zu„bcschcnkcn." — Es sollte unvergeßlich scvn, daß Klopstocks Bildnis; cinAngehänge ist! — Das dem Hrn. Samucl Julius geschcnktc kaiscrl. Bild,»iß muß auch wobl zum Angchängc gcwcscn scvn, da Augcnzcugcn vcrsichcrn,daß derselbe und ei» anderer kaiserlicher Pfcrdclicscraul in Altona / Hr. v.Ahn, dic crhaltcncn kaiscrlichcn goldenen Bildnisse an einer goldenen Kelletrngcn. Nicolai.