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da traf ich K-, und weil ich gehört hatte, daß St. los sey, so fragteich ihn darum. Er wich der Frage aus. Heute Abend sagte mir M-St, sey gestorben, und Rathsherr Vogt hätte ihn verpflegt, und ließihn auch begraben. Vogt ist doch ein braver Mann! Ich habe ihnallemal dafür gehalten, und vertheidigt, wenn man sich über seine nichtganz feinen Sitten lustig gemacht hat; dies freuet mich nun doppelt.
Vom Rathshcrrn Vogt kann ich leicht auf die Komödie kommen;denn er ist ein fleißiger Komödienbesucher. Ich muß gestehen, daßseit Ihrer Abwesenheit ich sie nur einmal besucht habe, und daS Ih-rer Miß Sara zu Gefallen. Ich bereute eS aber, weil ich diesen Tagin solcher Verfassung war, daß ich weder Miß Sara, noch sonst einStück von Ihnen hätte sehen sollen.
Ob Mamsell Ackermann die herzbrechende Narration gehalten hat,weiß ich nicht; so viel kann ich Ihnen aber sagen, daß ich selbst Brok-mann nicht mit einem Auge gesehen habe. In Miß Sara spielt ernicht. — Besuchen Sie den guten Döbblin um so fleißiger. Waswollen Sie im Winter in Wolfcnbüttel machen, da Sie doch nichtin der Bibliothek arbeiten können? Ihre Augen müssen Sie nun garnicht anstrengen, da Sie die weite Reise vorhaben. A prc-poS, habenSie K- was davon geschrieben? Ans seinen Reden muß ich es schlie-ßen. — Sagen Sie mir doch , wer mehr berufen ist? Wicland ist wohlmit darunter.
Ich denke, es ist Zeit, daß ich schließe. Die Glocke schlagt zwcv.Ich bin schon einmal zu Bette gewesen, und bin wieder aufgestanden,weil ich nicht schlafen konnte; und weil mir cinflel, daß morgen früheine Post abgehet, so schrieb ich diesen Brief. Ihren vorletzten Briefhatte ich nicht auf meiner Schlafstube. Ich denke denn doch, daß ichalles beantwortet habe. Ich bin
Dero
ergebensteE. C- König.
Mein liebster Freund!
Es gehet mit meiner Gesundheit immer besser. Heute ist der ersteTag, an dem ich es fühle; ich schreibe diese Wirkung einem gesterngemachten Spazicrgangc zu, zu dem mich unser ehrlicher Doktor end-lich, unter den schärfsten Bedrohungen, gebracht hat. Nun soll erdiese anzuwenden nicht mehr brauchen; wenn nur das Wetter michLeslmgs Werk- xui. 22