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stand erfordert. Geseht auch, Sie dächten von Ihrer Arbeit so tiefunter deren wahren Werth, als Sie sich stellen, so sollten Sie michdoch wenigstens nicht mit Höflichkeiten beschämen, die bey einem an-dern etwas steifern und eitlcrn, vielleicht nicht weggeworfen seyn möch-ten. Wie kann Ihnen einfallen, sich bange werden zu lassen, daß IhrGeist Sie irgendwo verlassen, oder sich selber verleugnen solle? Schrei-ben Sie waS Sie nur wollen, man wird aus Ihrem Tone sogleichIhren Geist vernehmen. Wie sehr Ihre neue Schrift mich eingenom-men habe, das können Sie bloß daraus abnehmen, daß sobald ich sieerhielt, ich allcS stehen und liegen ließ, und sie noch denselben Abendin einem Striche durchlaS, bis auf einen Artikel, den ich auch unge-lcsen lassen werde. Sie können leicht errathen, welchen. Doch meineFrau hat auch den gelesen, das versteht sich. Und auch verstanden,daran ist kein Zweifel. DaS konnte nicht fehlen. Mir hat die Natureinen philosophischen Kopf versagt. — Den Pinsel von Florenz habensie vortreflich abgepuzt. Zur Entdeckung der ungedruckten kpiAram-m-»l->, gratuliere ich Ihnen. Dem Herrn Brunck, der sich jetzt zuWien befindet, werde ich mit erster Gelegenheit Nachricht davon undvon Ihrem I'aulo ^ilenli-n-io geben, damit ich nicht ctwan auch indie Schlinge falle, der so viele wackere Leute unglücklicher Weise nichtentgehen konnten. Nur Schade, daß der gute Straßburger nichtDeutsch genug versteht, Ihre Abhandlung vom psulo recht nutzen zukönnen. Doch — nehmen Sie sich nun in Acht, und verwahren SieIhre beyden Ohren wohl, auf die ich einen Anschlag habe. Ich sagecS Ihnen zum Voraus, Ich werde Ihnen einen Floh ins Ohr setzen.Sind Sie auch Ihrer Sache recht gewiß? Hat eS damit seine gewciß-ten Wege, daß Ihre S Lpixi-amm»!» noch ungedruckt sind? FragenSie den Dioplianlum von Olauclio I^leaitiaeo äe Laeiiet oder inErmangelung desselben, ldenn das Buch ist rar) die ThcvenotischeSammlung der Malllematicorum velerum um Rath, in welcher auchder Oiop>,anw5 IZ.ivIieli steht. Ganz gewiß werden Sie daselbst IhreLpixi-ammata mit sammt dem Schlüssel dazu finden. Denn Bachcthat da eine Menge solcher arithmetischen Räthsel zusammengejagt undzergliedert. In dem ehemals gütigst verliehenen Lcxiiee I^iliami Lu-eliaiio, habe ich nichts neues, das ist, »«gedrucktes, aber wohl, welchesdoch eben so viel werth ist, vsrrrefliche Varianten, oder Beyträge zurVerbesserung dcS Gedruckten gefunden.
Auch finde ich in dem jetzt zugeschickten oodice membr-macooder Briefe I.ili-mii S^nolii nichts neues. Da ich eS beym Lichte be»sehe, sind sie vom S^nelio. Von Ihren übrigen griechischen und