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anders der Antrag so ist, wie man ihn mir erst gemeldet. So abermeinem Bruder darüber zu schreiben/ ohne zn wissen, wozu Sie sicheigentlich verwenden möchten, kann ich nicht, und möchte cS aus ver-schicdnen Ursachen nicht thun. Ich wünschte, Sie hätten sich nähererklärt, und bestimmter gesagt: welche Professur Sie übernehmen möch-ten. Noch lieber wäre mir, wenn Sie an meinen Bruder, den Pro-fessor, schrieben, und sich bev ihm erkundigten, ob man würklich einenMann von Ihrer Gattung nach Heydclbcrg suchte? Er wird Ihnennicht allein die bestimteste Auskunft geben; sondern auch, wenn wasfür Sie zu thun wäre, die Sache, wie seine eigene, betreiben; Siein Vorschlag bringen, und sich überhaupt mit dem größten Nachdruckeverwenden. Auf seine Verschwiegenheit dabey können Sie sicher zählen.Er ist überhaupt ein so redlicher Mann, daß Sie sich ihm ohne Be-denken anvertrauen können. Wenn Sie wollen, können Sie ihm auchsagen: daß Sie die Nachricht von mir hätten. Ich habe ihm zwarseit dem Brief, den Sie noch in Händen haben, keine Zeile von Ih-nen geschrieben. Wenn es so elend in Braunschwcig steht, und dieAussichten für Sie noch schlechter sind, wenn der Erbprinz zur Regie-rung kömmt, so wären Sie allemal, auch bev einem maßigen Gehalt,doch besser an jedem andern Orte.
Ich muß jetzt, meiner Umstände wegen, einen ganz neuen Planentwerfen, indem Veränderungen im Commcrzialwescn vorgefallen sind,die meinen alten Plan gänzlich unbrauchbar machen. Nunmehr weißich wieder gar nicht, wenn und wie ich von hier komme. Ich möchterasend werden! mehr aber m«incr Geschwister als meinetwegen. Wä-ren nur die beruhigt, mir möchte es dann gehen, wie es immer wollte.
Die Nachricht wegen Sch. war mir ein Donncrschlag, Ich wußtenichts davon, und weiß auch eigentlich noch nicht, worinn das Un-glück, so sie betroffen, besteht. Freylich kann ich errathen, daß ihreUmstände schlecht seyn müssen, doch erwarte ich, daß der Frauen Ver-mögen gerettet seyn wird. Ich erbitte deSfalls eine umständlichereNachricht von Ihnen, Daß K--- zu ihrem Unglücke beygetragen,ist abscheulich. Ob ich gleich ihm wenig Menschenliebe zutraue, sohätte ich mich doch dessen nicht zu ihm versehen, daß er bey so altenBekannten nicht Nachsicht gebrauchen sollte. Wie wenig beneide ichden Mann um sein Geld, wenn seine Gemüthsart so ist!
Geblers Stück, TamoS, hat den größten Beyfall hier erhalten.Ob es ihn verdient, weiß ich nicht. Ich habe eö weder gesehen nochgelesen. Sie thun nicht wohl, daß Sie den Mann so vcrnachläßigen.Ausgenommen seine Eitelkeit, hat er recht viele gute Eigenschaften,