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Friedrichs von Logau Sinngedichte.
thu», wenn ich diesen kurzen Borbcricht damit bereichere. Erschrieb mir aus dem Lager vor Prag : „Die Pandurcn lägen„nahe an den Werken der Stadt, in den Hölcn der Wein-berge; als er einen gesehen, habe er nach ihm hingcsungen:"Was liegst du, nackender Pandur,Recht wie ein Hund im Loch?Und weisest deine Zähne nur?Und bellst? So beisse doch!Es könnte ein Herausfordrungslicd zum Zwcykampf mit ei-nem Pandurcn heißen.
Ich hoffe übrigens, daß er noch nicht das letzte Sicgcslicdsoll gesungen haben. Zwar falle er bald oder spät; seine Grab-schrift ist fertig:
üt^i^i <5' L^-u) ^xp«?kitiv ^i-kV IZwol^,t0t,o «vocxT'oi;^loi^o^uiv xpcxT'ou <5u)pciv xirt^«^i.xv<z?.
Friedrichs von Logau Sinngedichte.
Zwölf Bücher.
Mit Anmerkungen über die Sprache des Dichters her-ausgegeben von C- W. Ramler und G- E. Lessing.4 7 5 9.
Vorrede.
Friedrich von Ä.ogau, der gegen die Mitte des vorige»Jahrhunderts, unter dem Namen Salomon von Golau, deut-scher Sinngedichte drey Tausend herausgegeben hat, ist mit allemRechte für einen von unsern besten Gpiczischen Dichtern zuhalten; und dennoch zweifeln wir sehr, ob er vielen von unsernLesern weiter als dem Namen nach bekannt seyn wird.
Wir können uns dieses Zweifels wegen auf verschiedeneUmstände berufen. Ein ganzes Jahrhundert, lind drüber, ha-ben sich die Liebhaber mit einer einzigen Auflage dieses Dich-ters beholfcn z in wie vieler Händen kann er also noch seyn?Und wenn selbst IVernid'e keinen kennen will, der es gewagthabe, in einer von den lebendigen Sprachen ein ganzes Buch