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Friedrichs von Logau Sinngedichte.
(87) Hausstand.
Viel erdulden, nichts verfechten;Schaden leiden, doch nicht rechten;Andre füllen, sich entleeren;Lohnen, doch den Dienst entbehren;Immer geben, nimmer nehmen;Nimmer lachen, immer grämen;Herrschen, gleichwohl dienen müssen;Viel verwenden, nichts genießen;Wenig haben, ofte geben;Selbsten fallen, andre heben;Kommt man bev so viel GeschäftenDann von Gut, Blut, Mark und Kräften,Wie der alte Hund den Knittel,Dulden den Rcbcllcntltel;Das ist unser Hausstand heute.Lobt ihn doch, ihr lieben Leute!
(88) Beginnen.
Fang alles an mit Wohlbedacht; führ alles mit Bestand:Was drüber dir begegnen mag, da nimm Geduld zur Hand.
(89) Schulden.
Wer Schuld mit Schulden zahlt, thut selten alles gut;Dem letzte», der ihm leiht, dem zahlt er mit dem Hut.
(90) Hiobs Weib.
Als der Satan gieng von Hiob , ist sein Anwald dennoch blieben,Hiobs Weib; er hätte nimmer einen bessern aufgetriebcn.
(91) Auf Jungfer Racktlieb,
Cupinuda klagt gar schönUeber Vater Adams Fall-„Welch ein Jammer überall!„Niemand darf mehr nackend gehn!
(92) Religion.
Daß man mag in Haß und Neid wider seine» Nächsten lebe»,Soll uns die Religion einen schönen Mantel geben?