Druckschrift 
5 (1839)
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Friedrichs von Logau Sinngedichte.

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(26) Auf den Veit.

Ey, siehst du nicht wie Veit vor Weibern sich verstecke?Ja! Aber wo denn hin? Ey unter ihre Decke.

(27) Sicherheit.

Schiffer, die am Ruder sitzen, kehren da den Rücken hin,Wo sie dennoch hin gedenken und mit allen Kräften zieh»:Menschen leben ohne Rücksicht, an den Tod wird nie gedacht,Rennen gleichwohl ihrem Tode stündlich zu mit ganzer Macht.

(28) Preis der Tugend.

Der Tugend theure Waare wer sie für schätzbar hält,Der kaufe sie um Mühe, hier gilt kein ander Geld.

(29) Die höchste Weisheit.

Gott , und sich, im Grunde kennen,Ist der höchste Witz zu nennen.Vielen ist viel Witz gegeben,Dieser selten noch daneben.

(30) Lcbensregel.

Sey, wer du bist; laß jeden auch vor dir seyn, wer er ist;Nicht, was du nicht kannst, was du kannst, sey dir zu sey» erkiest.

(31) Hoffnung und Furcht.

Furcht und Hoffnung sind Gespielen:Diese wird geliebt von vielen,Und wer dies' ihm hat genommen,Dem pflegt jene selbst zu kommen.

(32) ei» redlicher Mann.

Sein Ruhm der kanu bestchn, und sei» Gerücht ist ächt,Wer dieses sagt, was wahr, und dieses thut, was recht.

(33) Kleider.

Pferde kennt man an den Haaren:Kleider könne» offenbaren,Wie des Menschen Sinn bestellt,Und wie weit er Farbe hält.