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Friedrichs von Logan Sinngedichte.
(73) Das Verhängniß.
Willst dn dein Verhängniß trotzen: cv so wolle, was es will.Ungeduld, Schrcvn, Heulen, Schelten, ändert wahrlich nicht sein ZielMacht vielmehr was arg ist, ärger, macht ans vielem allzuviel.
(74) Der Neid.
Dieses oder Jenes NeidenWill ich, kann ich besser leiden,Als daß da und dort wo einerSpreche: Gott erbarm sich seiner!
(76) Winterlager.
Weiland hielten unter Häntcn Krieger jeden Winter aus;
Ztzund muß in Schnee der Baner, und der Krieger nimmt sein Haus.
(76) Ein langsamer Tod.
Der ärgste Tod ist der, der gar zu langsam tobtet;Die ärgste Noth ist die, die gar zu lange nöthct.
(77) Hoffart.
Hoffart heget nicht Vernunft. Wer aus Hoffart uns veracht,Dessen lacht man, wie es Brauch, daß man eines Narren lacht.
(78) Vertriebene.
Wer Tugend hat und Kunst, wird nimmermebr vertrieben;Ist, wo er ist, als wär er stets zu Hause bliebe».
(79) Falschheit.
Die alte Welt hat ihren Witz in Fabeln uns berichtet. —O! was die neue Welt uns sagt ist ebenfalls erdichtet.
(80) Geschwister.
Wie kommt es, daß Geschwister so selten einig lebt? —Weil jedes gern alleinc für sich die Erbschaft hebt.
(81) Das beste Band zwischen Lbcrn und Untern.
Wann Willigkeit im Leisten und Billigkeit im Heiße»Sich wo zusammenfügen: wer will dieß Band zerreißen?