Friedrichs von Logau Sinngedichte.
Saßen auf die Mcnschentöchtcr,Machten manches Mundgclächter,Wenn sie sie mit Küssen grüßten,Wenn sie sie mit Grüßen küßten.
Aber Neid hat scheel gesehen;Und Verhängniß ließ geschehen,Daß ein schäumend wilder EberWard Adonis Todtcngräbcr.
Venus, voller Zorn und Wüten,Hat gar schwerlich dieß erlitten.Als sie mehr nicht konnte schaffen,Gicng sie, ließ zusammenraffenAller dieser Kusse Schaarcn,Wo sie zu bekommen waren,Machte draus die Honiglcute,Daß sie gäben süße Beute,Daß sie aber auch darnebenEinen scharfen Stachel gäben,So wie sie das Küssen büßenUnd mit Leid ersetzen müssen.
Sag ich dieses einem Tauben,Wollt ihr Jungfern dieß nicht glauben:Wünsch ich euch, für solche Tücke,Daß euch Küssen nie erquicke!Glaubt ihrs aber, o so schauet,Daß ihr nicht dem Stachel trauet!
(37) Jugend und Alter.
Zugend liebt und wird geliebt, Alter liebt und wird verlacht.Liebe nimmt so leichte nicht Liebe, die nicht Liebe macht.
(38) Auf die Blandula.
Blandnla, du Jungfer Mutter, kannst so schöne Kinder bringen?Lieber Ircibs als ein Gewerbe, mancher wird dir was verdingen.
(39) Gastjahl.
Mit sieben Gäste»Gchts fast am besten.Der achte GastWird eine Last.