Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
Seite
194
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Friedrichs von Loqan Sinngedichte.

(12) Auf die Ecllula.

Die Gcllnla bält viel von Thaten und von Werken;Im Glauben suclwt sie den Nächsten stets zn stärken;Von Zeichen hält sie nichts, vom Wesen hält sie mebr;Ist vielfach eine Frau, nnd gebt im Kranz einher.Ob Papst, 00 Linker ibr, ob ihr Calvin gefalle,Ist unklar; ist mir reckt, gefallen sie ihr alle.

(13) Ehrgeiz.

Es ist kein Regiment so gilt, das allen Leuten tilget:

Das macht, Negieren selbst, und nicht Negieret sehn, vergnüget-

(14) Aon dem Neit.

Kömmt gleich manches neues Jalw, dennoch klaget Veit, ilnn bleibeFort und fort manch altes Jahr, nelmilich brv dem alten Weibe.

(1o) Reichthum.

Eines Ungercckttn Erb, oder selbst ein solcher Mann,Oder beides auch zugleich ist, wer Reichtlnim sammeln kann.

(16) Auf den PoscinummuS.

Was man guten Freunden schenket, ist verwahret, nicht verschenket:Also saget Poscinunniius, wenn er was zn neben denket.Aber soll er etwas geben, 0 so rül'mt er hoch das Sparen;Daß man nicht aufs Alter etwa» Noch und Armuth dnrf' erfahren.

(17) Mars von Lhngcfähr fromm.

War etwan Mars wo fromm, so kehrt es ilnn zu Gute;Es ist gewiß geschcl'n aus unbedachtem Mürbe.

(18) Feile Gerechtigkeit.

Sind des Nichters Obren zn, mache du die Hand nur ans.Recht hat itzt, wie alles Ding, einen gleichen hohen Kaus.

(19) Tcr Zeiten Schauspiel.

Ich denke noch des Spiels bev meinen jungen Jahren,Worinn ich König war, wenn andre Knechte waren;Sobald das Spiel sich schloß, siel meine Hoheit bin,Und ich wart wieder der, der ich noch itzo bin.