Friedrichs von Logau Sinngedichte.
(27) Auf die Claja.
Gott »ahm, sagt Claja, meine» Mann;Der Herr hat alles wohl gethanDer einen frischen geben kann!
(28) Ein Verlorner Freund.
Mein Freund ward nächst nach Hof in Ehrendienst erkohrcn;Die Ehre gönnt' ich ihm, doch gieng der Freund verloren.
(29) Weltbeherrscher.
Gott , Fleiß und die GelegenheitBeherrsche» Menschen, Welt und Zeit.Gott ist in Nöthen anzuflchn;Gelegenheit nicht zu versehn;Der Fleiß muß fort und fort geschehn.
(30) Eine Hure.
Wem die Hur ins Herze kömmt, wird sie auch in Beutel kommen;Mag da»» zahlen, was die Nacht ihm geschenkt, der Tag gcnomme»
(31) Redlichkeit.
Die Redlichkeit verlacht, was ihr Verfolger spricht;Ein Biedermann steht stets; nicht lang ein Böscwicht.
(32) Die tausend goldenen Jahre.
Tausend goldne Jahre werden von Propheten itzt versprochen.Wie es scheinet, find sie nahe; den» dergleichen Gold zu kochen,Hat der Krieg bereits zu Kohlen Stadt und Dörfer abgebrochen.
(33) Fürstendiener.
Wenn Diener löblich rathen,So finds der Herren Thaten;Wenn Herren gröblich fehlen,Jsts Dienern zuzuzählen.
(34) Auf den unverschämten CalvuS.
Calvus hat so großen Schcdcl, und hat dennoch kein Gehirn;Voller Stirn ist auch sein Schcdcl, und doch hat er keine Stirn.