Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
Seite
196
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Friedrichs von Logau Sinngedichte.

(27) Auf die Claja.

Gott »ahm, sagt Claja, meine» Mann;Der Herr hat alles wohl gethanDer einen frischen geben kann!

(28) Ein Verlorner Freund.

Mein Freund ward nächst nach Hof in Ehrendienst erkohrcn;Die Ehre gönnt' ich ihm, doch gieng der Freund verloren.

(29) Weltbeherrscher.

Gott , Fleiß und die GelegenheitBeherrsche» Menschen, Welt und Zeit.Gott ist in Nöthen anzuflchn;Gelegenheit nicht zu versehn;Der Fleiß muß fort und fort geschehn.

(30) Eine Hure.

Wem die Hur ins Herze kömmt, wird sie auch in Beutel kommen;Mag da»» zahlen, was die Nacht ihm geschenkt, der Tag gcnomme»

(31) Redlichkeit.

Die Redlichkeit verlacht, was ihr Verfolger spricht;Ein Biedermann steht stets; nicht lang ein Böscwicht.

(32) Die tausend goldenen Jahre.

Tausend goldne Jahre werden von Propheten itzt versprochen.Wie es scheinet, find sie nahe; den» dergleichen Gold zu kochen,Hat der Krieg bereits zu Kohlen Stadt und Dörfer abgebrochen.

(33) Fürstendiener.

Wenn Diener löblich rathen,So finds der Herren Thaten;Wenn Herren gröblich fehlen,Jsts Dienern zuzuzählen.

(34) Auf den unverschämten CalvuS.

Calvus hat so großen Schcdcl, und hat dennoch kein Gehirn;Voller Stirn ist auch sein Schcdcl, und doch hat er keine Stirn.