200 Friedrichs von Logau Sinngedichte.
(67) Loben.
Thorheit ist es, alles loben; Bosheit ist es, gar nichts preisen:Mich wird Thorheit schwerlich treffen; Bosheit wird sich cl'cr weisen.
(58) Die Steuer.
Daß mein Buch die theure Gabe
Allen zu gefalle» habe,
Glaub ich nicht. Doch glaub ich, allen
Werde folgendes gefallen:
,/O es müsse höllisch Feuer
„Fressen die verfluchte Steuer!
(Z9) öm Indianischer Brauch.
Wenn ein Indianer frcvet, schenket er die erste NachtEinem Priester, der zum Segen einen guten Anfang macht.Blondus frcvet eine Jungfer: ob er nun gleich dort nicht wohnt,Hat sie dennoch ihm ein Pfaffe eingeweihet unbclohnt.
(60) Von der Hulda.
Was man liebt, das braucht man wenig, daß mans lange brauch':Hulda schonct man zum Nchmcn, liebt man sie gleich auch.
(61) Zunder der Hoffart.
Was reizet uns zur Hoffart an? — der Leute Hcuchclev,Die alles preisen, was wir thun, es sey gleich wie es sev.
(62) Büchermcnge.
Des Bücherschrcibens ist kein Ende, ein jeder schreibt mit Haufen! —
Kein Mensch wird weiter Bücher schreiben, wenn nur kein Mensch wird kausc».
(63) Ein redlicher Mann.
Für eine» guten Manu sind alle Zeiten gut,
Weil niemals Böses er und Böses ihm nichts thut;.
Er sübrt durch beides Glück nur immer Einen Muth.
(64) Mcnschcnsinnen.
Kopfe haben Dünkel,Herzen haben Winkel:Prüfe, was du sicl'est,Merkr, was du fliehest!