Zugabe. 295
Kein' unter ihnen ist, die jemals um dich war,
Die heimlich nicht gedacht: o wären wir ein Paar!
Dir aber liebet nicht das nnbefrcytc Freyen,
Und deiner selbst zu scvn willst du dich nicht verzeihe».
Du hast genug an dem, daß der dein Thun gefällt,
Die dich da wo du stehst mit Ehren hingestellt.
Zu mehren deren Preis, die deine Kräfte mehret,
Steht einzig nur dein Sinn. Drum ist dir auch verehret
Zum Zeichen deiner Treu das immergrüne Kleid,
Das seinen Schmuck behält, das mir umsonst bcdräut
Mit Eise Borcas, und Sirius mit Brande:
Du bist kein Mondcnsohn, der nichts weiß von Bestände.
Um dich ist freyer Tag, du scheuest nicht das LichtDer Sonne, du stehst da vor Jedermanns Gesicht:Kein Berg ist der dich birgt, kein Wald der dich verstecket,Und dein gerader Leib bleibt immer aufgerecket,Kennt keine Krümme nicht. — Mars hat dir oft geflucht,Wann du von ferne» hast dem Mann, der dich besucht,Sein Häuflei« nutzbar Wich vor dicbschen HinterlistenWo gänzlich nicht bewahrt, doch vielmals helfen fristen.Zwar hast du müssen sehn, wie die verkaufte SchaarHat ganz zu nichts gemacht, was vormals herrlich war;Das hast du zwar gesehn, und drüber viel gcwcinet,Daß »och der Thräne» Gold an deinem Rock erscheinet;Jedoch was einst geschah kann nicht seyn nicht geschehn:Wann du nur ferner nicht siehst, was du sonst gesehn,So sey das Alte gern in dessen Schooß vergraben,Der drüber seinen Kerb wohl halten wird und haben.
Indessen bin ich froh, vergönnt mir nur die Zeit,Daß ich dich preisen mag; daß ich durch dich mein Leid,Das allacmcinc Leid ei» wenig mag verschieben-(Vertrieben wird es nicht.) Denn will mich Unmuth übe»In seinem engen Kreis, so nehm ich ihm den Zaum,Und suche mir für mich und mcin Gemüthe Raum.Ich pflege mich dir bey in freyes Blau zu paaren,Und lasse meinen Sinn hin mit den Augen fahren,Die purschcn weit und breit, erforschen dieß und das,Und haben ibrc Lust an Himmel, Wasser, Gras,An Wald und Berg und Thal, an Feldern und an Auen,Und allem was Natur so künstlich konnte bauen;