Druckschrift 
5 (1839)
Entstehung
Seite
358
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368 Abhandlungen iiber die Fabel.

nen Lesern zu sprechen, so selten ergrciffc, so erlaube man mir,sie einmal zu mißbrauchen. Ich bin gezwungen mich übereinen bekannten Scribcntcn zu beklagen. Herr Dusch hat michdurch seine bevollmächtigte Freunde, seit geraumer Zeit, aufeine sehr nichtswürdige Art mißhandeln lassen. Zch meine mich,den Menschen; denn daß es seiner siegreichen Critik gefallenhat, mich, den Schriftsteller, in die Pfanne zu hauen, daswürde ich mit keinem Worte rügen- Die Ursache seiner Er-bitterung sind verschiedene Critikcn, die man in der Bibliothekder schönen IVifsenschafren, und in den Briefen die neuesteLitteratur betreffend, über seine Werke gemacht hat, und Erauf meine Rechnung schreibet. Zch habe ihn schon öffentlichvon dem Gegentheile versichern lassen; die Verfasser der Biblio-thek sind auch nunmehr genugsam bekannt; und wenn diese,wie er selbst behauptet, zugleich die Verfasser der Briefe sind:so kann ich gar nicht bcgrciffcn, warum er seinen Zorn an mirausläßt. Vielleicht aber muß ein ehrlicher Mann, wie Er,wenn es ihn nicht todten soll, sich seiner Galle gegen einenUnschuldigen entladen; und in diesem Falle stehe ich seinerKunstrichtcrcy, und dem Abcrwitzc seiner Freunde und seinerFreundinnen, gar gern noch scrncr zu Diensten, und wicdcr-rufe meine Klage.

Abhandlungen.I.

Von dem Wesen der Fabel.

Jede Erdichtung, womit der Poet eine gewisse Absicht ver-bindet, heißt seine Fabel. So heißt die Erdichtung, welche erdurch die Epopcc, durch das Drama herrschen läßt, die Fabelseiner Epopcc, die Fabel seines Drama.

Von diesen Fabeln ist hier die Rede nicht. Mein Gegen-stand ist die sogenannte Aesopische Fabel. Auch diese ist eineErdichtung; eine Erdichtung, die auf einen gewissen Zweck abzielet.

Man erlaube mir, gleich Anfangs einen Sprung in dieMitte meiner Materie zu thun, um eine Anmerkung daraushcrzuhohlen, auf die sich eine gewisse Eintheilung der Acsopischcn