Druckschrift 
9 (1839)
Entstehung
Seite
40
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Zur Geschichte und Litteratur. Erster Beytrag.

Handschrift beyfügen wollte, die den Namen des Romulusführte: so konnte ihm nicht lange verborgen bleiben, daßGuSius schon einen solchen geschriebenen Romulus vor sich ge-habt habe, den er für den gedruckten Rimicius des Ncveletgehalten. Und so, indem er diesem nachspürte, um gewiß zuseyn, daß er keine vergebene Arbeit unternommen, geschah es,daß er sich von einer Seite der Wahrheit um einige Schrittenäherte, und auf der andern sich um so weiter von ihr entfernte.

Nilant war nehmlich so glücklich, zwar nicht völlig ebendasselbe alte zu Ulm gedruckte Fabclbuch, das Nevelet aus derHcidclbergischcn Bibliothek gehabt hatte, aber doch ein andersihm sehr ähnliches zu bekommen, in welchem bis auf die deutscheUebcrsctzung alles enthalten war, was N'evelec in jenem ge-funden hatte. Aus diesem nun erkannte cr gar bald, daßRimicius schlechterdings ein ganz neuer Schriftsteller sey, demin dem ganzen Werke weiter nichts gehöre, als die Uebcrsctzungvon dem Leben des Acsopus, und von nur einigen wenigenFabeln desselben. Er erkannte zugleich, daß die Fabcln, welcheNevelec dem Rimicius zugeschrieben, auch hier dem Romulusgehörten; und schloß, daß sich Ncvclct blos übereilt habe, wenncr dem Herausgeber der Sammlung etwas beygelegt, was sichdieser in der Sammlung selbst nicht anmasse.

Denn für diesen, für den Herausgeber sowohl seiner, alsder Ncvelctschcn alten Ulmcr Ausgabe, glaubte Nilant denRimicius wenigstens annehmen zu müssen. Er nannte daherdie darinn enthaltenen Fabeln des Romulus, m den Anmer-kungen zu seinem Romulus, fast immer Rimicii komulum:Theils um ihn dadurch von seinem zu unterscheiden; Theilsaber auch, weil cr glaubte, daß Rimicius wohl nicht immerin Herausgebung des Romulus dcn Handschriften treu geblie-ben seyn dürste, ohne hier und da etwas von dem Seinigenhinzuzusetzen. I^icet, sind seine Worte, er>!m crebils lorclidusolilitus eilet über eum suctoris, tum lortslle eclitoris ir^'urig,tsmeu u. s. w. Und dieser Verdacht, sieht man wohl, wozucr eigentlich abzwcckcn sollte. Der vermeynte Romulus desRimicius mußte vermuthlich verfälscht seyn, damit dcr Romu-