Wenn ich nächstens einmal ein anderes Manuskript bekanntmache, ans das Guöius ebenfalls sich in seinen Noten überden Phädrus beziehet, will ich diese nehmliche Tafel auf denPhädrus einrichten, und es vielleicht wagen, eine Vermuthungmitzutheilen, die durch diese Tafeln auf eine besondere Art be-stärket wird.
Von dem Schickard -Marchtalerschen Tarich Benl Adam.
Wie ich fast immer in unsrer Bibliothek fand, was ichsuchte: so fand ich auch oft, was ich nicht suchte, und was ichmir nimmermehr hätte einfallen lassen, in ihr zu suchen. Hier-von ein Beyspiel, mit dessen Bekanntmachung ich Dank zu ver-dienen hoffe.
Aus der Aufschrift werden diejenigen meiner Leser, welchedie Geschichte des Orients etwas näher kennen, leicht errathen,daß ich von dem Türkischen Manuskripte reden will, aus welchemU)ilhelm SchickarO seine 8er!es keZum porkise »d ^,c//c/tt>-Zaüs/^tti usyuo acl /«^/Aeic/e», g, (^liptils oxpulsmn, heraus-gegeben. Das Buch des Schickard ist zu Tübingen 1628 inQuart gedruckt, und hat sich schon längst höchst selten gcmacht(°).Die englischen Verfasser der allgemeinen Weltgeschichte preisenes sehr an; und wer es nicht selbst gesehen, wird es vielleichtaus dieser Anpreisung kennen^).
Die Quelle nun dieses nützlichen Werkes, aus welcherSchickard noch lange nicht alle das Gute geschöpft, was sichdaraus schöpfen läßt, ist sie noch vorhanden? und wo ist sievorhanden? Wo soll der Gelehrte sie suchen, den der Durstnach ihr triebe? Eben da, wo sie ehedem war? oder wo sonst?
Wir wissen aus dem Schickardschcn Buche, daß diese Quelleein ungeheures Türkisches Stammrcgistcr war, in Form einerRolle, welches Veit Marckraler, ein Rathsherr zu Ulm , inUngarn ehedem, nehmlich 1692, als Filleck den Türken wiederabgenommen wurde, bey Plünderung einer Moschee, erbeutethatte. XNarchraler war lange um einen Mann verlegen gcwe-
(°) Diese Sellciikcit bezeugt die «imioii,, «»ui». ». «tS.(°°) Im IX Theile der dciit, Ucbcrs, S> 654. in der Anmctt.Leslmgs Werke ix, 5