Druckschrift 
9 (1839)
Entstehung
Seite
70
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70 Zur Geschichte und Litteratur. Erster Beytrag.

Befördcrinn der Morgenländischcn Historie zu heissen, lindzu darben.

Nicht anders: 5N«rchchalcr und Gchickard hatten den be-sten Willen vergebens. Durch den Kaltsinn ihrer Zcitverwand-ten ist von des erstem Handschrift, und von des letztcrn Arbeitdarüber, nie mehr zum Vorschein gekommen, als jene Serie«lieZum perli-e; worunter sicherlich Deutschlands Ehre noch weitmehr gelitten, als die Geschichtskunde. Denn es sey auch, daßwir das, was uns SchickarV damals nicht anders als nochmit vielerlei) Mängeln geben konnte, nachher von andern voll-ständiger und besser erhalten haben: so waren doch diese andernlauter Franzosen oder Engländer; und unserm Vaterlande ent-ging der Ruhm, auch hier die Bahn gebrochen zu haben.

Nur bey dem einzigen Abschnitte stehen zu bleibe», dessenuns Schickards Freund, durch seinen unzeitigcn Rath, beraubte:wer wußte in Europa damals vom Jenghiz Rhan, und seinenNachfolgern? Einige alte Rciscbeschrcibcr hatten ihrer kaum er-wähnt; und Scbickard war in Europa schlechterdings der erste,der uns aus morgenländischcn Quellen etwas von ihnen meldenkonnte. Pocok, Herbelor, ve la Lroix, Gaubil hätten allem seine Fußtapfen treten müssen, die sich so nun nicht träumenliessen, daß dieses ihres Weges schon längst ein Deutscher ge-gangen wäre.

Wohin die Papiere des Schickard nach seinem Tode ge-kommen, weiß ich nicht. Eben so wenig weiß ich, ob die Ab-schrift, welche er, wie ich finde, von dem ganzen TürkischenStammbaumc genommen, noch irgendwo vorhanden. Aber, wiegesagt, weiß man doch auch nicht einmal, wie es mit dem Ori-ginale selbst weiter gegangen, und ob und wo dasselbe annochanzutreffen? Die das meiste von ihm zu wissen glauben könn-ten, dürften es gerade da suchen, wo es gewiß nicht anzutreffen.

XNarchlalcr nehmlich, welcher für gut fand, das Schickard-sche Werk in seinem Namen dem Kaiser Ferdinand dem I. zu-zueignen, versprach in der Zuschrift, das Türkische Original indie Kayserliche Bibliothek zu liefern, so bald als Schickard mitseiner Arbeit vollends zu Stande seyn würde, oder auch nocheher, im Fall es der Kayscr zu sehen begierig seyn sollte.