Was Reichard von dem Krcuzgange sagt, ist besondersanzumerken. Ich habe die zwey Umstände schon berührt, dieganz eigentlich für meine Meynung sind, und nicht wohl erlau-ben, daß man sich die Fenster, als zufälliger Weise nach denschon vorhandenen Holzschnitten gemalt, denke. Es waren derenauf vier Seiten vierzig, und jedes derselben war, nicht durchblosses Maucrwcrk, sondern durch zwey r'leine steinerne Seu-len in drey Felder gcthcilct, vollkommen wie es die Felder aufden Holzschnitten sind. Folglich ist es wahr, daß man nachihnen nicht allein müßte gemalt, sondern sich auch schon in demBaue nach ihnen müßte gerichtet haben; und sowohl in demBaue der Fenster, als des ganzen Kreutzgangcs. Wie viel na-türlicher also ist der andere Fall, daß die Holzschnitte nach denFcnstcrgcmäldcn gemacht worden. ES versteht sich aber, daßReicharo die Fenster um den Springbrunnen, welcher an dermitternächtlichen Seite des Kreutzgangcs war, nicht mitgezählethat. Dieser lag in einem besondern Erker, welcher eigentlichzu dem Kreutzgangc nicht gehörte, ob man gleich, ohne Zweifel,aus ihm hineinkommen konnte.
2.
Von den übrigen Gemälden deö Klosters.
Das ganze -Hirschau , neuen Baues, war voller Gemälde.Nicht allein die vornehmsten Zimmer und Gänge des eigent-lichen Klosters waren ausgemalt: sondern auch die Kirche wares, von unten bis oben.
Alle diese Gemälde hat Parsimcnius in dem erwähntenBande sorgfältig beschrieben.^) Nur Schade, daß er von dem,was wir itzt ohne Zweifel am liebsten wissen möchten, nehmlichwer die Maler gewesen, und wie sie ihre Sachen ungefehr aus-geführet, ganz und gar nichts beybringt.
(°) Es ist dieses dcr nchmlichc Band, dessen Joh. Jac. Moser, inseiner vidtioUieos, lcrinwrum tiö reinis Sueviois, hinter dcr deutschen lieber-sctzung dcr Jahrbnehcr dcs Crusius (8. 33.) gcdrnkt. „In meiner Bibliothek,„sagt er, besaß ich chedcsftn einen geschriebenen Quarlband allerhand zn dcr„beiden Klöster Hirschau und Bcbcnhanscn Historie gehöriger cZolweiiiiionrui».„welche, so vicl Hirschau bctrift, von dem aldasigcn berühmte» Abt Joh.„parsimonio/ was aber Bcbcnhanscn anlangct, ohnc Zweifel von dem„alldasigcn damaligcn Klostcr Präccptor M> Wilhelm Gmcylii», gcsam-