Druckschrift 
9 (1839)
Entstehung
Seite
285
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Des Andreas WissowatiuS Einwürfe wider die Dreyeinigkeit. 285

non »Iilurclam oonlileliere. 8iu nüier sentis, ekliee, ut guteur äillvntias, imt eur äillentiro non ,!<zli«Z!>8, smu» tan-llem kentiamus.

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Zch kaiin cs sehr überhoben seyn, über die Streitigkeit selbst,welche dieser Lcibnitzischc Aufsatz bctrift, etwas zn sagen. Wasist nicht alles vorlängst darüber gesagt worden? und was wärees, was man itzt gern darüber hören möchte? Nur ein PaarAnmerkungen über die Art, wie sich L.eibnilz damals, und fer-ner, sein ganzes Leben hindurch, dabey genommen, vergönneman mir beyzufügen.

1. L-eibnilz hatte nicht im geringsten die Absicht, die Lehreder Dreyeinigkeit mit neuen ihm eignen philosophischen Grün-den zu unterstützen. Er wollte sie blos gegen den Vorwurfdes Widerspruchs, mit sich selbst, und mit unleugbaren Wahr-heiten der Vernunft, retten. Er wollte blos zeigen, daß einsolches Geheimniß gegen alle Anfälle der Sophisterei) bestehenkönne, so lange man sich damit in den Schranken eines Ge-heimnisses halte. Einer übernatürlich geoffenbarten Wahrheit,die wir nicht verstehen sollen, gereicht diese Unvcrständlichkcitselbst zu dem undurchdringlichsten Schilde; und man braucht diedialektische Stärke und Behändigkcit eines Aeibnirz lange nichtzu haben, um mit diesem Schilde alle Pfeile der Gegner auf-zufassen. Die Gegner sind es, welchen das Schwerste bey soeinem Streite obliegt, nicht die Vertheidiger, welche ihren Postennur nicht muthwillig verlassen dürfen, um ihn zu behaupten.Ehe also noch K.eibnilz die vorgegebnen unwiderlcglichen Ein-würfe des Antitrinitaricrs gesehen hatte, konnte er schon vor-aus wissen^ daß sie nichts weniger als unwiderlegbar seyn wür-den. Auch erschreckte ihn die Syllogistische Form, in der sieerschienen, nicht. Er war, von Kindheit auf, in diesen Waffengeübt; und man weiß, daß er nie aufgehörct hat, sie zu schätzen,zu. empfehlen, und bey aller Gelegenheit zu brauchen. Noch inseiner Theodicee, wo er sich gegen die unauflöslichen Einwürfeerklärt, die sich, nach Baylen, wider die Geheimnisse der Reli-gion, wenigstens in Ansehung unserer gegenwärtigen Erkennt-niß, machen liessen; gesetzt auch, daß man hoffen könne, cs