374 Zur Geschichte und Litteratur. Tritt» Beytrag.
»ehmeii wieder um, reise fast auf die hundert Meilen wieder zurück,und schlage wich nicht zu des Pfalzgrafcn Feinden, sondern Freunden,zu seinem Canzler gen Amberg , zeige mich daselbst an, er ladet michins Kloster zu Gast, ich komme, versehe mich nichts BöseS, so läßter mich dieselbige Nacht gefangen legen. Wie dürfen sie denn sagen,ich sey nach dem Vornehmen des Briefes gefangen worden, indem ichhabe wollen zu ihren Feinden lausten. Also sollten sie ihre Redenach der Wahrheit gesetzt haben, ob man nehmlich einem solchen seinVornehmen oder seinen Willen für das Werk solle rechnen, der ihmvorgenommen hat, seinen Nächsten zn todten, indem er hingeht, sobesinnt er sich, bedenkt daß Unrecht ist, kehrt wieder um, ist ihm leid,daß er solches Vornehmen gehabt hat; solle man solchem den Willenfür das Werk zurechnen? Nein gewißlich. Nun hatte es ja einesolche Gestalt und Meinung mit mir gehabt, das weiß Gott der Herr;daß ich selbst wieder umgekehret habe, selbst zu des Churfürsten Prä-dicanten zu Ncuburg, Melchior pottern, kommen, mit ihm genAmberg gezogen, und daselbst dem Pfalzgräfischen Canzler anzeigenlassen: das heißt nicht, nach dem Vornehmen des Briefes seyn ge-fangen worden. Der König David hatte einmal im Willen, er wolleseinen Herrn den Saul umbringen, aber er geht in sich selbst, spricht,da sey Gott vor, (1 Samuel. 24.) daß ich meinen Herrn den Königumbringen sollte: Solch Vornehmen des Davids wird Saul innen, erhält den David darum, von solches Vornehmen wegen, für keinenMörder. Hat der vorgeregte Saul ein solches können merken, derdoch dem David Tag und Nacht nach dem Leben stellte, solltenS dennnicht vielmehr solche weise Leute, wie sie sind, gemerkct haben, wonicht die Affecten sie gehindert hätten?
Zudem, wenn sie mich gleich zu demmal, da ich bin auf Sieben-bürgen gezogen, im hinwegziehen und nicht im widcrkchrcn, gefangenhätten, so hätten sie mir doch nichts in der Wahrheit können schaden.Dann ich zog deßhalben auf Siebenbürgen zu, dieweil ich bey desWeyda Legalen zu Speyer gewesen war, und verheissen, ich wollteihm dienen, und zog nicht von dieses obgemeldten geschriebeneu Brie-fes aus, sondern daß ich zu dem Fürsten in Siebenbürgen wollte.Ob derselbige zu dcmsclbenmale als ein Feind, oder als ein Freunddes Vaterlandes sey gehalten worden, ist männiglich wohl bekannt,wie der SecrctariuS zu Speyer in des HaffucrS HauS, da wir wa-