Druckschrift 
9 (1839)
Entstehung
Seite
378
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378 Zur Geschichte und Litteratur. Dritter Beytrag.

an diesen Orten, da ich jetzt bin, solches nicht schämen dörffcn; jetzundkönnt ich meiner Widersacher spotten. Aber Gott im Himmel ist meinZeug, daß mir in solcher Sache von meinen Widersachern Gewalt undUnrecht gcschicht. Habe ich ein falsches Sigill des Churfürsten gehabt,so hat er mirs selbst geschickt, denn ich von keinen andern versiegeltenBriefs weiß noch schreib, weder allein von diesem den er mir desBanns halben geschrieben hatt. Lieber Gott, wie ist das iniyua in-torpiewilo. Denn wäre das nit unfreundlich ausgelegt, wenn einBurgermeister einem ein Brief hätt geschrieben, und mit seinem Si-gill versiegelt; dieser aber, so der Brief geschrieben ist, schicket solchendes Burgermeisters Brief einem andern, und schrieb darneben also,Mlto tivi 11tera8 tlgiUo coululis mimitg8: wenn man einen solchensei» Schreiben also wollt auslegen, als spräch er, ich habe des Lon-lulis Sigill, sein Pittschirung bekommen, und siegelt damit, oder,ich schicke dir des Lvnlulis Pittschirring; wär das nit, sprich ich, un-freundlich gehandelt und ausgelegt? Aber Gott , der solches siehet undweiß, wird solches wohl an ihnen straffen.

Weiter, mein lieber Landsmann, vermahnet Ihr mich auch, daßich mich trösten soll der Gnaden und Barmherzigkeit Gottes, wo ichder Lehr halben wäre irr gegangen. Darauf sollt ihr wissen, daß ichan solchem gar keine» Mangel (Gott sey Lob!) leide. Denn ich kennemeinen Gott, und weiß, daß er mich aus so viel Trübsal errettethatt, wird es auch hinfort thun. Mich erfreuet nichts höheres, denndaß ich gegen meinen Gott ein rein Herz und gewissen Geist hab be-halten, und bin vergewissert, daß ich ein Freund und kein Feind Got-tes sey. Dann mein Gewissen, wie Johannes lehrt I. 3. ist mirstärker und grösser, denn der ganjcn Welt Zeugniß, und was ich zuHeydclbcrg begehrt habe, der Lehr und sonderlich der Drcyfaltigkcithalben von von solchem ist mir Gott Lob ein Genüge geschehen.Ich hab auch vetuskWrna Lxemplaria iiovi 1'ektamenl.l vor dieserZeit in Siebenbürgen geschickt uianulerisita, welche ich wollt, daß ihrsie sehen solltet. Ich glaub, daß solche Lxemplaria nicht sehr langnach Christi Geburtt seyn geschrieben worden.

Soviel natürliche Lieb belangt, darum Ihr mir schreibt, sollt Ihrund könnet wissen, daß ich ein Mensch und kein Holj oder Stein bin.Dcrhalbcn solches, (daß ich die Meinen hab müssen verlassen) nie-mands mehr bekümmert, denn mich. Aber was wär den Meinen da-