Druckschrift 
9 (1839)
Entstehung
Seite
391
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Adam Ncuscr.

Böhmischen Varon Mcnccslaus Duvowc; von Zdudowa gel-ten lassen, der sich um 1579 bey der Römisch KayscrlichenGesandtschaft zu Constantinopcl befand; also aber doch auchnicht Ncuscrn von Person gekannt hatte, und gleichwohl einigedreyßig Zahrc darauf die abscheulichsten Dinge von ihm in dieWelt schrieb von welchen einige offenbar erlogen sind. Dertinvcrwcrflichste bleibt also einzig und allein Stephanus Ger-lach, welcher in den Jahren 1573-78 kayscrlichcr Ecsandt-schaftspredigcr in Constantinopcl war, und vielfältigen Umgangmit Ncuscrn gehabt hat. Was dieser von ihm, theils gelegent-lich in seinen nachher in Deutschland herausgegebenen polemi-schen Schriften, theils in seinem Tagebuche, von ihm erzählt,ist die Hauptaucllc, gegen welche jede andere Nachrichten geprü-fct werden müssen: nicht zu vergessen, daß man diese Haupt-qucllc auch gcgcn sich selbst prüfe. Denn die Züge sind nichtimmer gleich lauter, die man aus ihr thut; und besonders scheintin dem Tagcbuchc, welches uns nicht einmal im Originale mit-getheilet worden, (") die jedesmalige Laune des Verfassers vie-len Einfluß auf das gehabt zu haben, was er von dem Manneeinzutragen für gut befand.

3. Ob nun aber auch schon, um wieder auf das Vorigezu kommen, in diesem Tagcbuche nirgends mit ausdrücklichenWorten gesagt wird, daß sich Ncuscr bcschncidcn lassen; obschonvielmehr verschiedene Stellen darinn vorkommen, wo Ncuscrversichert, daß cr des Türkischen Glaubens nicht sey; obschonGcrlach selbst von einem Welschen sagt, daß cr ein Türk,

(°) V. Lirculus IlorvlaxiU luitiuis et Iowri» >!7x. Ilnnnviii«! I6IKill 4. Und zwar in der diesem Werte beygefügten <Z«-I»!»i»i;i!t Sociuwuo-

rui» i>, 23t.

(°°) Erst 1l!74 stellte es ei» Enkel des Verfassers aus dessen eigenhändi-gen hiulcrlassencn Papiere» ans Licht; und ob cr schon nicht anzeigte, daßdiese Papiere lateinisch abgefaßt gewesen, und cr also »ur eine Uebersetzungliefere: so finden sich doch genügsame Spuren davon in dem Wcrlc selbst;und leider Spuren, welche nicht allein beweisen, daß es eine Uebersetzung,sondern noch dazu eine sehr elende Uebersetzung ist. Eine Abschrift von demlateinischen Originale besaß Iol). pct. Ludcwig, welche Hcinecciusgebraucht hat. (S. Anhang zur Abbildung der griechischenRirche, S.