Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
Seite
85
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Antiquarischer Briefe siebe» und zwanzigster.

stätten mehr umgesehen, als Hr. Klotz. Ich habe Christen gekannt,und Christen gehört, und ihn über diese Sachen selbst gehört.

Zch habe schon gesagt, alle die Einwürfe, die Hr. Klotz ge-gen Christs Meinung macht, sind Lipperts Einwürfe. Aber Hr.Klotz drückt sie nach seiner Art aus: das ist, er mischt ein we-nig Nonsens mit unter. Er fragt z. E.wie glaubte Christ,daß man die kleinen Diamantkörner mit einer so grossen Spitze,als hierzu ersodcrt wird, versehen könne?" Freylich müßteChrist ein sehr lächerlicher Mann gewesen seyn, wenn er geglaubthätte, daß man kleine Diamantkörner mit grossen Spitzenverschen könne. Lippert hat so seltsam nicht gefragt.

Gleichwohl bin ich um Hr. Lippcrten besorgt, daß ihn seinEifer zu weit geführt, wenn« er ausruft:lauter Unsinn, deraus einer verderbten Einbildungskraft, und aus grober Un-wissenheit von den Möglichkeiten und den Vortheilen, die zudieser Kunst gehören, entstanden ist!" Denn diesen Unsinndichtet sich Hr. Lippert, zum größten Theil, selbst. Christ ver-stand unter dem muercmo aäamkmtilio eben so wenig Diamant-körner, als grössere spitzig zugeschliffenc Diamante: sondern spitzeSplitter von zerschlagnen Diamanten. Die Möglichkeit solcherSplitter giebt Hr. Lippert selbst zu: und er ist nur verlegen,wie sie gehörig zu fassen.

Doch man wird sagen: ist einem Künstler nicht in seinerKunst zu glauben? Thut Hr. Klotz also nickt besser, daß erHr. Lipperten folgt, als ich, der ich mich lieber an Christenhalten will?

Nein; es ist nicht Christ, an den ich mich halte; auch beymir gilt der Künstler in seiner Kunst alles. Aber Ein Künst-ler, macht nicht alle aus: und wenn die Künstler selbst unci-uig sind, muß es dem Gelehrten frey stehen, sich auf die Seitedes einen oder des andern zu stellen, ohne zu fürchten, daß manihn für unwissend, oder gar unsinnig schelten werde.

Kurz; Natter ist es, der mich kühn genug macht, an denAussprüchen des Hrn. Lippert zu zweifeln.

Natter zeigte, an einer dazu ausgesuchten Folge alter Steine,die offenbaren Spuren des Rades, um zu beweisen, daß auchdie alten Künstler das Rad gebraucht hätten, und folglich bey