Antiquarischer Briefe neun und dreyßigster.
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Gründe in Erwägung ziehen will, daß er sie auch wohl ganzzurücknimmt, und sich überzeugt erkennet, daß die Stellungdes Chabrias sich nicht blos auch oder besser im Stehen den-ken lasse, sondern daß sie durchaus nicht anders gedacht werdenkönne, als im Stehen.
Nun aber, diese stehende Stellung als ausgemacht betrach-tet: wie müssen wir uns die Haltung des Schildes selbst vor-stellen, UM das olmixum Fenn des Ncpos, das xX,tvx/,v Trpo^7-0 ^>ov^ des Diodorus, und das r-; ^ov^> «po^ülFscr^-xl desPolyänus davon sagen zu können?
Ich denke so! — Sie wissen, ohne es erst von Hr. Klotzenaus geschnittenen Steinen gelernt zu haben, (") daß es an denSchilden der Alten innerhalb zwey Riemen gab, die zur Be-festigung und Regierung des Schildes dienten. Durch denobern ward der Arm bis an das Gelenke gesteckt, und in denuntersten griff die Hand. Hr. Klotz nennt, so wie er überhauptstark ist, sich von allen Dingen auf das eigentlichste und be-stimmteste auszudrücken, beide diese Riemen Handhaben, undsagt, daß die Soldaten den Arm durch beide gesteckt. DieGriechen haben ein doppeltes Wort für diese Riemen, o'x«vovund ?ropir«^; und ich meine, daß ox,«vov eigentlich den obernRiemen, den Armriemen, (wenn man sich dieses Wort dafürgefallen lassen will) 71097^ aber den untern Riemen bedeutet,der allein die Handhabe hcissen kann. (*"°) An dem ox-n'u,
(°) S, 40Z.
(°°) „Linguett hätte die Steine betrachten sollen, auf welchen man den„doppelten Riemen am Schilde deutlich sieht, durch den die Soldaten den„Arm steckten. Auf andern ist nur eine dergleichen Handhabe zu sehen. I. 0.
(°°°) Lipsius (.4n»l> »cl, imiii. r>. m. XVll.) hat sich von diesem Unter-schiede nichts einfallen lassen, und o'x°»'o" und -rc>^«- für völlig gleichbe-deutende Wörter genommen. Daß sie dieses aber nicht gewesen, zeiget selbstdie Stelle beym Svidas, oder dem Scholiastcn des Aristophancs, in der esungewiß gelassen wird, ob den Armricmen oder die Handhabe bedeute.
Ich sage also auch nicht, daß o'x«,'<»> und nie verwechselt worden,
und daß es keine Fälle gegeben, wo man unter dem einen auch das andereverstanden. Sondern ich rede blos von der eigenthlimlichen Bedeutung einesjede» dieser Wörter, wenn sie so stehen, daß »ur einer von beiden Tragrie-