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Die Kunst im Alphabet.
gang des 15. Jahrhunderts blühte er noch — im buch-stäblichen Sinne — und im 16. waren die Buchstabenzuweilen fast alle mit Blumen und Schnörkeln ver-ziert: es gehört ein Kenner dazu, sie zu lesen.
Die gothischen Veränderungen an der römischenKapital-Form sind charakteristisch: die dicken Strichesind nicht gleichmässig stark, sondern an den beidenEnden verbreitert oder gegen die Mitte schmäler;
AtöTOHL
20. Italienische Handschrift.Beginn des 13. Jahrhunderts.
die■ gebogenen Striche schwellen nicht so allmähligan wie früher, sie bauchen sich mehr oder wenigerplötzlich aus; die Abstriche von mehreren Buch-Stäben weichen unbotmässig von der Linie ab,und die Endungen sind oft belaubt oder andersornamentirt (39, 40—42). Besonders charakteristischfür das Gothische des 13. und 14. Jahrhunderts sindauch die geschlossenen Buchstaben, wovon Beispielein 45, 46, 47, 48 u. s. w. zu finden sind.