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[1] (1915) Reichstagsrede am 10. März
Entstehung
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setzen, die Sie bereits bewilligt haben, und die wir weiter vonIhnen verlangen müssen, dann werden Sie die Notwendigkeitverstehen, daß der zweite Appell an die deutschen Sparer undKapitalisten ausgiebigsten Widerhall finden muß. Dazu könnenund müssen Sie uns helfen.

Wir haben die Organisation, die im September für die ersteKriegsanleihe geschaffen worden ist und so vorzüglich funktionierte,jetzt nach Möglichkeit ausgebaut. Wir haben den Kreis derZeichnungsstellen für die Kriegsanleihe wesentlich erweitert. Dies-mal nehmen nicht nur Banken, Versicherungsgesellschaften, Spar-kassen usw. Zeichnungen für die Kriegsanleihe an, sondern auchdie sämtlichen Kreditgenossenschaften haben sich zur Verfügunggestellt, und an denjenigen kleineren Plätzen, an denen nichtwenigstens eine Sparkasse besteht, stehen die Postanstalten für dieZeichnung zur Verfügung.

Wir haben uns ferner mit den einzelnen Bundesregierungenin Verbindung gesetzt, um durch die Werbearbeit von Gemeinde-vorstehern, von Geistlichen und von Lehrern die Aufklärung überdie patriotische Pflicht, bei der Kriegsanleihe mitzuwirken, undüber die finanziellen Vorteile, die die Kriegsanleihe den Zeichnerngewährt, in die breitesten Schichten der Bevölkerung hineinzutragen.In ungezählten Exemplaren haben wir ein Merkblatt verbreitet,das alles Wissenswerte über die Kriegsanleihe enthält und, wieich glaube, in allgemein verständlicher Weise auseinandersetzt.

Meine Herren, es gilt, dem ganzen Volke klarzumachen, daßdieser Krieg mehr als irgendeiner zuvor nicht nur mit Blut und mitEisen, sondern auch mit Brot und mit Geld geführt wird. Für diesenKrieg gibt es nicht nur eine allgemeine Wehrpflicht, sondern aucheine allgemeine Sparpflicht und eine allgemeine Zahlpflicht.

(Sehr richtig!)

Keiner darf sich entziehen, auch der Kleinste nicht. Der Ver-schwender notwendiger Lebensmittel und der Mammonsknecht,der sich nicht von seinen Ersparnissen trennen kann, ist um keinKaar besser als der Deserteur, der sich seiner Wehrpflicht entzieht.

(Zustimmung.)

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