Trotzdem bedarf dieser gewaltige Kredit heute der Auffüllung.Obwohl wir schon im März mit sehr hohen Summen rechneten,sind unsere Schätzungen durch die tatsächliche Gestaltung derKriegsausgaben noch übertroffen worden. Die Gründe hierfürliegen auf der Äand. Die ungeheure und sich immer noch stei-gernde Anspannung aller Kräfte in diesem unerbittlichen Kampsum Leben und Zukunft unseres Volkes muß notwendigerweise auchin den Zahlen der Kriegsausgaben ihren Ausdruck finden.
Ich erwähne nur die wichtigsten Punkte. Es kommt in Be-tracht die Ausstellung immer neuer Formationen und deren Aus-rüstung, die Verpflegung und Bekleidung unseres Millionenheeresbei steigernden Preisen sür alle Lebensmittel und für alle Roh-stoffe, der alle bisherigen Vorstellungen weit übersteigende Ver-brauch an Material und an Munition, die Instandhaltung, dieVermehrung und die Verbesserung unserer Kriegswerkzeuge zuLand, zu Wasser und in der Luft, die Organisation der Verkehrs-mittel hinter unseren Fronten, der Bau von Wegen, von Brücken,von Eisenbahnen in den besetzten feindlichen Gebieten. Das allestritt täglich als Geldbedarf an den Leiter der Neichsfinanzenheran und verdichtet sich zu Monatssummen, die heute den Betragvon ungefähr zwei Milliarden Mark erreicht haben.
(Äört! hört!)
Dieser Betrag von zwei Milliarden Mark, den wir jetzt in einemMonat für den Krieg aufwenden müssen, ist um ein Drittel höherals die Gesamtkosten des Krieges von 1870/71.
(Äört! hört!)
Meine Äerren, wir wollen diesen Zahlen und wir wollen der Wahr-heit klaren und unerschrockenen Blicks in die Augen sehen; wir wollenuns über die Größe der Leistung, die noch zu verrichten ist, überdie Schwere der Opfer, die noch zu bringen sind, keiner Selbst-täuschung hingeben. Es ist eine furchtbar schwere Zeit, die demdeutschen Volke und unserem Erdteil auserlegt ist. Wir wärendieser Zeit nicht würdig, wenn wir uns — rriore QaUico — mitgroßen Worten über ihren Ernst hinwegzutäuschen versuchten.
(Beifall.)
Wir wollen uns nüchtern und klar Rechenschaft darüber geben,daß in dem zweiten Kriegsjahr das Durchhalten nicht leichter,sondern vielfach schwerer sein wird als im ersten.
(Sehr richtig!)
K