ZUR GESCHICHTE DES HAUSES.
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(geb. 22. Sept. 1750) stand dem Vater getreulich bei, gab aber ein Jahr nachdem 1794 erfolgten Tode des Vaters die Leitung des Geschäftes an seinenFreund G. C. Härtel , den er zum Universalerben einsetzte; am 7. April 1800starb der jüngste Spross des tüchtigen Geschlechtes.
Gottfried Christoph Härtel , Sohn des Bürgermeisters Dr. Christoph II.in Schneeberg , ward als Jüngster von mehr als 12 Geschwistern am 27. Januar1763 geboren, studierte seit 1780 in Leipzig die Rechte, war 1789—94 alsHauslehrer und Privatsekretär auch litterarisch thätig; er trat 1795 in dieBreitkopf'sehe Handlung ein und hob in rascher, wohlgeordneter und gross-artiger Thätigkeit das nun Breitkopf & Härtel zeichnende Geschäft, indemer die Allgemeine musikalische Zeitung begründete und autorisierte, sorgfältigveranstaltete »Oeuvres compUtes« von Mozart, Haydn, Clement! und Dussek herausgab, die als würdige Vorläufer sowohl der modernen Volksausgaben alsder kritischen Gesamtausgaben zu betrachten sind. Ferner förderte er denwissenschaftlichen Bücherverlag, gab seit 1812 die Leipziger Litteraturzeitungheraus und erweiterte die druckgewerblichen Zweige des Geschäfts. Er starbam 25. Juli 1827 auf seinem Rittergute Cotta.
Die beiden Söhne Gottfried Härtels, Hermann Härtel , geb. 27. April1803, und Raymund Härtel, geb. 9. Juni 1810, führten das Geschäft weiter;unter ihrer Leitung gelangte namentlich der Musikverlag und die Buchdruckereizu grosser Blüte, der wissenschaftliche Bücherverlag zu gedeihlicher Fort-cntwickelung. Eine eingehende Würdigung ist ihrer Thätigkeit sowie derGeschäftsgeschichte des Hauses im 18. Jahrhundert in der »AllgemeinenDeutschen Biographie, herausgegeben durch die historische Kommission bei derKöuigl. Akademie der Wissenschaften«, in einem Aufsatz »Breitkopf & Härtel,Buchdrucker, Buch- und Musikalienhändler in Leipzig * zu Teil geworden.Am 4. August 1875 ward der ältere Bruder Dr. jur. Hermann Härtel durchden Tod abgerufen, am 1. Januar 1880 trat der jüngere Bruder StadtältesterRaymund Härtel von der Geschäftsthätigkeit zurück.
Nachdem die beiden Söhne Gottfried Härtels ihre Lebensarbeit beendethatten, wurde das Geschäft von zwei Enkeln Gottfried Härtels, WilhelmVolk mann aus Halle und Oskar von Hase aus Jena, geleitet, die demHause, der eine seit 1860, der andere seit 1869 angehört hatten.
Von den beiden Schwestern, die vom Tode des Vaters an gemeinsam mitden Brüdern, dann für sich allein das Geschäft besassen, starb am 22. März 1884Frau Geheime Medizinalrätin Adele Volkmann in Halle a/S., in deren Geschäfts-besitz der jüngste Sohn eintrat, sowie am 20. März 1885 Frau Pauline von Hase,deren Gatte Wirklicher Geheimrat Professor Dr. theol., phil., jur. Carl von Hase .Excellenz, in Jena den Geschäftsanteil übernahm.