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Zahlcnverhältniß in der Abmessung der verschiedenen Formendie richtige Grundlage des internationalen Münzsystemsbilden, so werden wir — die Thatsachen vergleichend —finden, daß Deutschland auch für die Erleichterung des inter-nationalen Geldverkchrs Alles und das Beste gethan hat,was von ihm gethan werden konnte. Wir werden aber ausder Fcsthaltung jener einfachen Sätze einen noch viel kost-bareren Gewinn ziehen durch die Erlangung der Einsicht,daß die vielcrwogcne und viclnmlärmte Frage der sogenanntenDoppelwährung sich mit Hülfe der obigen Voraussetzungenvon selbst löst. Denn — um auch noch dies in EinemWort vorauszuschicken — was könnte sich schließlich aus derfür den Weltverkehr nothwendigen Bedingung des einheit-lichen Stoffs der Umlaufsmittel anderes ergeben, als daßjene Grnndbedingnng durch das Schaukelshstem zweierGrundstoffe geradezu aufgehoben wird? Die Reichsmark,fußend auf der ausschließlichen Goldwährung, ist das einzigerationelle Geld, das zu schaffe» war, uud darum auch das-jenige, welches allein in ein lebensfähiges internationalesWeltmünzsystem sich einfügt.
Nachdem wir mit diesen hier einstweilen nur als Weg-weiser aufgestellten Sätzen die Richtung voraus abgesteckt,um deren Verfolgung zu erleichtern, wollen wir zu der Wirk-lichkeit der lebendigen Vorgänge zurückkehren, getreu derUeberzeugung, daß diese die besten Lehrmeister sind.
„Es geht deutsches Reichsgold ius Ausland!" das warder Schreckcnsruf. Gerade deshalb ließen wir ihn uns zuHerzen gehen, um den Sinn zu finden, der in diesen Wortenstecken kann, und, Sinn von Unsinn scheidend, zu beurtheilen,ob vernünftig war, was als Gesetz beschlossen wurde?