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am 26. April auf 'l81,50. heute steht er auf 3S^t0 Mark. (Hört?Hört! rechts.) Die Steigerung des französische!: Franken iststärker als die Steigerung des amerikanischen Dollars. Deswegenwird die Hoffnung, hier mit devisentechnischen Mitteln eineEntlastung zu bewirken, indem man statt Dollars Pfnnd Ster-ling und Franken kauft, täuschen. In dein Knrse unserer Markdrückt sich die Möglichkeit aus, das Ultimatum zu erfüllen.Das Herabgehen des Kurses deutet das Herauuaheu einerKrisis an, die ich als die Krisis der Erfüllnng bezeichnenmöchte. Diese Krisis kommt erheblich schneller heran, als diemeisten im deutschen Volke glaube». (Sehr wahr! rechts.)
Meine Damen und Herren! Es ist mir vorhin zuge-rufen worden, ich solle zeigen, ans welchem Wege dasUltimatum erfüllt werden kann. (Sehr richtig! links.)Ich gebe Ihnen jetzt die Antwort. Ich sage Ihnendasselbe, was wir Ihnen nicht aus Uebermut, nichtaus nationalistischem Geiste heraus, sondern ans schwerer,peinlicher, sorgfältiger, gewissenhafter Ueberleguug vor der An-nahme des Ultimatnms gesagt haben: Das Ultimatum ist nichterfüllbar. (Sehr wahr! rechts.) Es wird niemand die Möglich-keit finden, dieses Ultimatum zu erfüllen, weder Sie, uoch ich,noch irgendjemand! (Sehr richtig! rechts.) Der Weg, den jetztder Herr Reichskanzler vorschlägt — das haben wir vorhin anden Zahlen gesehen, die Sie (zum Reichskanzler gewendet) uusgegebeu haben — anch dieses gigantische Stenerprogramm, dasüber die Kraft des deutschen Volkes weit hinausgeht, auchdieses Programm erfüllt das Ultimatum nicht. Von den 133Milliarden Papiermark Ausgaben bleibt immer noch ein De-fizit von 75 Milliarden.
So stehen die Dinge!
Lassen Sie mich über dieses Steuerprogramm, Herr Reichs-kanzler, ohne daß ich mich auf Einzelheiten einlasse, kurz einWort absagen.
Auch Sie werden nicht bestreiten wollen, daß dieses Steuer-programm nicht nur den Iahresertrag der deutschen Volkswirt-schaft erfaßt, sondern weit darüber hinaus iu die Substanz desdeutscheu Volksvermögens eingreift. (Sehr richtig! rechts.) Dasgeht schon aus Ihrem — ich will nicht kritisieren, sondern nurTatsachen feststellen — Gedanken hervor, daß jetzt nach derKriegsbesteuerung des Vermögeuszuwachses — ich weiß nicht,ob ich sagen soll, in der Form einer Friedens- oder Nach-kriegssteuer — der Vermögenszuwachs seit dem Rotopfer er-neut besteuert werden soll. Dieser Verinögeuszuwachs ist beider deutschen Volkswirtschaft in ihrer Gesamtheit einfach nichtda. Er konnte im Krieg nicht da sein. Der Krieg zehrt. Erkonnte im Krieg nicht da sein, da konnten wir eine Finanz-politik des Reichs machen, wie wir sie wollten. Ein Ver-