Die Etappen zum Weltkrieg
vergrößerte Serbien war weit entfernt, gesättigt zu sein;im Gegenteil, mit dem durch seine kriegerischen Leistungenund Erfolge gesteigerten Selbstbewußtsein wandte es seineAugen nun erst recht gegen Westen, und lauter denn jeverkündigte die großserbische Propaganda als ihr der Ver-wirklichung nahes Ziel die Angliederung der südslawischenGebiete Österreich-Ungarns.
Dazu kam, daß die vorübergehende Besserung des Ver-hältnisses zwischen Österreich-Ungarn und Italien nichtstandhielt. Das autonome Albanien wurde ein neuer Zank-apfel. Zwar einigte man sich auf die Person des Prinzen zuWied als Fürsten des neugeschaffenen Staatswesens. Aberschon bei den Verhandlungen über die Beschaffung einesersten Kredits für das neue Fürstentum, die ich auf Wunschdes Fürsten unmittelbar vor dessen Abreise nach Durazzomit einer österreichisch-ungarischen und einer italienischenBankengruppe führte, mußte ich mich von der Eifersucht und
dem Mißtrauen überzeugen, das beide Teile gegeneinander■ •
hegten. Der weitere, sich immer unglücklicher gestaltendeVerlauf der albanischen Angelegenheit machte die währenddes Tripoliskriegs und des ersten Balkankriegs so müh-sam erreichte Wiederannäherung Italiens an die beidenZentralmächte zunichte.
So hinterließen die Balkankriege eine beklemmende,gewitterschwangere Atmosphäre.