Vom U- Bootkrieg bis zur Friedensresolution
Die Entente suchte die Kriegsstimmung des revolu-tionären Rußland mit allen Mitteln zu steigern. DerPräsident Wilson sprach in seiner Kongreẞbotschaft vom2. April 1917 von den ,, wunderbaren und ermutigendenEreignissen in Rußland", durch die ein neuer würdigerTeilnehmer an dem„ ,, Ehrenbund" der Nationen ent-standen sei. Jetzt, nachdem die Zarenherrschaft gestürztwar, die weder das demokratische England noch das re-publikanische Frankreich von dem Bündnis mit Rußlandabgehalten hatte, ertönte in den Reihen unserer Feinde nochlauter als zuvor das heuchlerische Feldgeschrei ,, Demokratiegegen Autokratie"; den Russen wurde eingeredet, daß einSieg Deutschlands den Verlust ihrer neuen republikanischenFreiheit bedeute. Der Reichskanzler bezeichnete in seinerReichstagsrede vom 29. März 1917 diese Ausstreuungenals ,, eitel Lüge und Verleumdung" und betonte, daßwir nicht beabsichtigten, uns in die inneren Angelegen-heiten Rußlands einzumengen. Er fügte hinzu, daß wirnichts anderes begehrten, als möglichst bald wieder mitdem russischen Volk in Frieden zu leben ,,, in einemFrieden, der auf einer für alle Teile ehrenvollen Grundlageaufgebaut ist".
Einen Augenblick lang schien es, als ob die Friedens-sehnsucht in Rußland die Oberhand gewinnen sollte.Unter dem Druck der in den Arbeiter- und Soldatenrätenorganisierten Massen beschloß die russische Regierung am10. April eine Erklärung, in der es hieẞ:
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