Vom U- Bootkrieg bis zur Friedensresolution
Die Hilfsbedürftigkeit der Donaumonarchie blieb nichtauf das militärische Gebiet beschränkt. Von Anfang anund dauernd sah sich Österreich- Ungarn auf die finanzielleUnterstützung Deutschlands angewiesen. Zwar brachtendie österreichischen und ungarischen Kriegsanleihen rechtgute Ergebnisse; aber für die Zahlungen an Deutschlandund das neutrale Ausland bedurfte Österreich- Ungarnfortgesetzt erheblicher ,, Valutakredite". Ebenso nahmauf dem Gebiet der Volksernährung die österreichischeReichshälfte wiederholt unsere Unterstützung in Anspruch,so knapp es auch mit uns selbst bestellt war.
Wir haben getan, was wir konnten, um unserem Bundes-genossen in seinen Bedrängnissen zu helfen. Aber wirvermochten bei der bundesfreundlichsten Gesinnung undbeim besten Willen nicht alle seine Wünsche zu erfüllen,und wir mußten im eigenen Interesse an unsere HilfeBedingungen knüpfen, die nicht immer als angenehmempfunden wurden. So mußten wir die Gewährung derValutakredite davon abhängig machen, daß Österreich-Ungarn für seinen Zahlungsverkehr mit dem Auslandeeine ähnlich strenge ,, Devisenordnung" erließ, wie wir sieerlassen hatten; ferner davon, daß Österreich- Ungarn sichbei seinen Einkäufen im Ausland dieselben Beschränkungenauferlegte wie wir; denn andernfalls wäre der von unserstrebte Zweck, den Rückgang des Kurses der Reichs-mark auf den neutralen Plätzen aufzuhalten, durch dieösterreichisch- ungarischen Verfügungen über die von uns
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