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Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
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Vom U- Bootkrieg bis zur Friedensresolution

Kaiser Wilhelm wiegelte jedoch ab mit dem Hinweis,daß nach seiner Ansicht jeder weitere Schritt vermiedenwerden müsse, der eine Verständigung mit dem neuen Ruß-land erschweren könne.

Späterhin wurde von österreichischer Seite die sogenannte,, austro- polnische Lösung" angeregt, nach der das neueaus Russisch- Polen und Galizien bestehende Königreichzum mindesten durch Personalunion mit der österreichisch-ungarischen Monarchie verbunden werden sollte; nachdemdie österreichische Regierung das Gefühl gewonnen hatte,daß die deutsche Regierung diesen Gedanken nicht a limineabweisen würde, ging sie weiter und verlangte auch diewirtschaftliche, insbesondere die zollpolitische AngliederungPolens an die österreichisch- ungarische Monarchie. Diegroßen deutschen Interessen, die in der polnischen Frageauf dem Spiel standen, konnten bei aller Geneigtheit,dem Bundesgenossen in einer so tief in seine staatlichenVerhältnisse einschneidenden Frage Verständnis undEntgegenkommen zu zeigen, nicht mit einer leichtenHandbewegung zur Seite geschoben werden.

Österreich suchte seinen Wünschen den Boden zubereiten vor allem durch eine eifrige Unterstützung derpolnischen Forderungen auf einen beschleunigten Ausbaudes polnischen Staatswesens.

Wir hatten klüglich das entgegengesetzte Interesse.Nicht nur, daß wir uns die Möglichkeit einer Verständigungmit Rußland über Polen auch jetzt noch offenhalten

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