Vom U- Bootkrieg bis zur Friedensresolution
bekleidet, hatte sogar die Naivität, uns vorzuhalten, einhervorragendes Mitglied des polnischen Staatsrates habeihm gesagt, Graf Czernin habe erklärt, die Wiener Regie-rung sei zur Erfüllung der polnischen Wünsche bereit,wenn nur die deutsche Regierung nicht Widerstand leiste- das alles noch dazu in Gegenwart der führenden Mit-glieder der polnischen Fraktion des Reichstages!
Eine Einigung zwischen Berlin und Wien über diepolnische Frage wurde auch späterhin nicht erzielt. DieMeinungsverschiedenheiten erfuhren vielmehr in der kri-tischen Zeit des Krieges, wie ich weiter unten darstellenwerde, eine erneute Zuspitzung.
Die Bestrebungen
auf wirtschaftliche Annäherung zwischenDeutschland und Österreich- Ungarn
Während die unselige polnische Frage eine Quelle vonReibungen und Verstimmungen zwischen den beiden Ver-bündeten war, schienen die Bestrebungen nach einem wirt-schaftlichen Zusammenschluß ein neues und starkes Bandum Deutschland und Österreich schlingen zu wollen. Das.Naumannsche Buch über Mitteleuropa fand nicht nur inDeutschland, sondern wohl noch mehr in Österreich eine be-geisterte Leserschaft. Als Naumann in Wien in einer großenVersammlung persönlich seine Gedanken entwickelte, wurdeer von den Zuhörern wie der Künder einer neuen Zeit gefeiert.
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