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Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
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Vom U- Bootkrieg bis zur Friedensresolution

gegeben hatte. Bestimmte Vorschläge machte er jedochebensowenig wie sein Minister des Äußern. Soweit ichunterrichtet bin, fiel nur in Form einer sondierenden An-deutung die Bemerkung: am besten wäre es, wenn wirElsaß- Lothringen den Franzosen anböten, um auf dieseWeise zum Frieden zu kommen; Österreich- Ungarn seian sich bereit, ganz Galizien und auch das Trentino her-zugeben, das habe aber keinen praktischen Zweck, dennder Friede könne nur im Westen gemacht werden. DieKriegslage wurde bei uns, zumal da die russische Revo-lution uns die Befreiung von unserm großen östlichenFeinde in Aussicht stellte, in keiner Weise als derartig an-gesehen, daß die Preisgabe der Reichslande auch nur hättein Erwägung gezogen werden können.

Am 14. April ließ Kaiser Karl durch einen persönlichenAdjutanten an Kaiser Wilhelm ein Handschreiben über-bringen, dem ein Bericht des Grafen Czernin vom 12. Aprilbeigefügt war.

In diesem Berichte führte Graf Czernin im wesent-lichen aus:

Die militärische Kraft der Monarchie gehe ihrem Endeentgegen. Die Rohmaterialien für die Munitionserzeugunggingen zur Neige. Dumpfe Verzweiflung habe sich allerVolksschichten bemächtigt. Im Spätsommer oder Herbstmüsse um jeden Preis Schluß gemacht werden. Der Krieg,der in der Weltgeschichte ohne Vorbild sei, habe für ganzEuropa die revolutionäre Gefahr heraufbeschworen. Auf

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