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Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
Entstehung
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Vom U- Bootkrieg bis zur Friedensresolution

psychischen Druckes des Krieges fähig und willig zuKampf und Arbeit zu erhalten.

Dieses Ziel war nur erreichbar, wenn sich die breitestenSchichten des Volkes davon überzeugten, daß der Friedenicht an uferlosen Eroberungsplänen scheiterte, sondernan dem Vernichtungswillen unsrer Gegner. Die Aufgabewar eine schwierige und heikle. Denn die Beruhigungdes deutschen Volkes darüber, daß seine besten Söhnenicht für Eroberungs- und Unterjochungsziele bluteten,daß alle Leiden des Krieges um unserer Verteidigungund Erhaltung willen getragen werden müßten, durftenicht zur Ermutigung des Feindes und zur Zermürbungder eigenen Kampfkraft werden, wenn anders sie nichtgerade kriegsverlängernd wirken sollte. Deshalb be-durfte das deutliche Abrücken von überspannten Kriegs-zielen als Gegengewicht eine ebenso kräftige Abweisung derübertriebenen Schwarzseherei und des Geistes der Nieder-lage. Die schwierige Lage der Reichsleitung, deren an daseigene Volk sich richtenden Worte stets auch vom Aus-land gehört und dort geschickt ausgenutzt wurden, fandweder rechts noch links volles Verständnis. Der Kanzlersah sich bald in eine Kampfstellung gegenüber den ihnscharf angreifenden ,, Alldeutschen" gedrängt, während ichals Stellvertreter des Reichskanzlers in meinem Bestreben,hier ergänzend zu wirken, je länger desto mehr die Angriffeder pazifistisch gerichteten Gruppen, namentlich derSozialdemokraten beider Richtungen, auf mich zog.

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